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Kommt endlich Bewegung ins Thema "Brandruine Studio 21"? Bodenteicher SPD will kommunalen Rückkauf des Grundstücks

  • Subtitle: Bad Bodenteich

Bad Bodenteich. Eine kalte Nacht im November 2022: Stille liegt über dem Ort. Aber plötzlich schlagen hohe Flammen aus dem Veranstaltungszentrum Studio 21, dem früheren Schützenhaus: Das Gebäude hat an mehreren Stellen „durchgezündet“, wie die Polizei später festhalten wird. Die Feuerwehr ist in kürzester zeit vor Ort. Aber das Gebäude steht bereits in voller Ausdehnung in Flammen. Lediglich das direkt angebaute Schießheim kann gerettet werden, vom Studio 21 bleiben nur verkohlte Trümmer.

Und das bis heute: Seit der Brandnacht hat sich auf dem 12.000 Quadratmeter großen Areal in der Schützenstraße nichts mehr getan - außer einer Umzäunung. Der einstige Betreiber sitzt im Gefängnis, vor kurzem verurteilt als Brandstifter, der die Versicherungssumme einstreichen wollte. Und der Kurort sitzt auf der größten Brandruine des Landkreises. Versuche von Gläubigern, das Grundstück zwangsversteigern zu lassen (UEN berichteten), sind gescheitert. Vermutlich, weil eine aus dem Hintergrund agierende Bank den ursprünglichen Preis von 65.000 Euro (plus Kosten für Entsorgung der Trümmer) treiben wollte.

Dass es so nicht weitergehen kann, ist offensichtlich. Der Schandfleck macht unter anderem für die Besucher des nahen Waldbads einen unschönen Eindruck. Und gefährlich ist so eine Brandruine mitten im Ort auch.

Am morgigen Dienstag könnte indes Bewegung in die Sache kommen: Dann tagt der Rat des Fleckens Bad Bodenteich (19.30 Uhr, Brauhaus auf der Burg). Auf der Tagesordnung steht unter anderem ein Antrag der SPD-Fraktion auf „Rückkauf des Grundstücks des ehemaligen Schützenhauses/Studio 21 in Bad Bodenteich“.

Die Sozialdemokraten wollen beantragen, dass die Verwaltung Gespräche mit dem aktuellen Verkäufer des Grundstücks über einen möglichen Rückkauf aufnimmt sowie die finanziellen, rechtlichen und städtebaulichen Rahmenbedingungen eines Rückkaufs prüft und dem Rat zeitnah eine Entscheidungsgrundlage inklusive Kostenübersicht, möglicher Fördermittel sowie Nutzungskonzepten vorlegt.

Zu Begründung führt die SPD an: „Im Jahr 2017 wurde das Schützenhaus in Bad Bodenteich an einen privaten Gastronomen verkauft. Die SPD-Fraktion hat diesem Verkauf seinerzeit nicht zugestimmt, da sie die langfristige Sicherung des Grundstücks für eine gemeinwohlorientierte Nutzung als sinnvoller erachtet hat. Aus Sicht der SPD-Fraktion bietet sich damit die Gelegenheit, das Areal wieder in kommunales Eigentum zu überführen und eine nachhaltige, zukunftsorientierte Entwicklung im Sinne der Bürgerinnen und Bürger von Bad Bodenteich zu ermöglichen. Insbesondere städtebauliche, kulturelle, soziale oder gemeinschaftliche Nutzungskonzepte sollten hierbei geprüft werden. Ein Rückkauf würde der Gemeinde neue Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen und langfristig zur Aufwertung des Ortsbildes sowie zur Stärkung des öffentlichen Lebens beitragen.“

Foto: Michalzik