Mehr Wasser für Moor und Wiesenvögel: Arbeiten zur Stärkung des Wasserhaushalts im Schweimker Moor bei Lüder
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Lüder. Nach monatelanger Planung, Genehmigung und Vorbereitung starteten Anfang Oktober nun die Maschinen, um sogenannte „wasserrückhaltende Maßnahmen“ umzusetzen. Beauftragt wurde die Fachfirma von der Betriebsstelle Lüneburg des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Das Vorhaben ist Teil eines EU-finanzierten Projekts mit dem passenden Namen „Moorgrün“. Hier gehen Wiesenvogelschutz und Moorschutz Hand in Hand: Die Maßnahmen sollen sowohl für mehr Wasser im Lebensraum der Wiesenvögel - dem Grünland am Rand des Schweimker Moors – sorgen, als auch die Entwässerung des Moorkörpers reduzieren.
Seit einigen Tagen rollt der Bagger im Naturschutzgebiet. Das ist erst einmal ein ungewöhnlicher Anblick, aber das schwere Gerät ist notwendig, um zum Beispiel große flache Mulden auf dem Grünland anzulegen. „In diesen sogenannten Blänken kann sich das Regenwasser sammeln. Kraniche und Wiesenvögel wie der Kiebitz lieben solche Bereiche, weil es Insekten und andere Kleintiere zu fressen gibt“, erklärt Leonie Gibmeier vom NLWKN. Sie betreut die landeseigenen Naturschutzflächen im Landkreis Uelzen. Im Bereich des Schweimker Moors besitzt der NLWKN aktuell ca. 80 Hektar. Auch die Untere Naturschutzbehörde (UNB) ist Flächeneigentümerin im Gebiet und wurde in die Abstimmung des Vorhabens mit einbezogen. Der Wasser- und Bodenverband Röhrser Bach wurde im Rahmen der wasserrechtlichen Genehmigung mit beteiligt und befürwortet die Maßnahme grundsätzlich. Das Vorhaben wurde so geplant, dass private Flächen nicht betroffen sind.
Ein Teil des über 800 Hektar großen Naturschutzgebiets „Schweimker Moor und Lüderbruch“ wurde bis in die 90er industriell abgetorft und danach renaturiert. Nichtsdestotrotz kann heute noch optimiert werden: Ein Graben, der neben den angrenzenden Grünländern auch noch das renaturierte Hochmoor entwässert, soll nun mit einer höheren Grabensohle und einem festen Holzstau versehen werden. Darüber hinaus werden im November im Gebiet noch zwei regulierbare Staubauwerke eingebaut. „Dadurch bleibt man in Zukunft mit dem Wassermanagement flexibler, die angrenzenden Flächen sollen weiter in Nutzung bleiben“, erläutert Karen Mumm vom Planungsbüro agwa, die die Maßnahmen geplant hat und nun auch direkt vor Ort mit begleitet. „Wir lassen außerdem kleine, niedrige Verwallungen an ausgewählten Stellen bauen, um das Oberflächenwasser am direkten Abfließen zu hindern.“
Das Vorgehen ist bereits erprobt: 2022 wurden vergleichbare Staue, kleine Verwallungen und Blänken im Gebiet gebaut, deren Wirkung inzwischen an verschiedenen Stellen sichtbar sind. „Natürlich sind der Lebensraum Moor und die Wiesenvögel auch in Zukunft abhängig vom Niederschlag. Wenn nichts von oben kommt, wird es schwer, die Flächen nass zu bekommen. Aber wir haben mit den aktuellen Maßnahmen nun noch einmal einen wichtigen Baustein gelegt, um das Wasser, was kommt, im Schweimker Moor zu halten“, äußert sich Leonie Gibmeier zuversichtlich.
Das Moor bei Lüder ist nur eins von insgesamt 13 Projektgebieten in sieben Landkreisen, in denen die Betriebsstelle Lüneburg des NLWKN im Zeitraum 2025-2028 unter dem Titel „Moorgrün“ Naturschutzmaßnahmen umsetzt. Die Vorhaben auf den landeseigenen Naturschutzflächen reichen vom Bau von Torfdämmen über Auftragsbeweidung bis hin zur Anschaffung eines insektenschonenden Balkenmähers. Daneben steht auch der Ankauf von Flächen mit auf dem Programm. Finanziert wird das insgesamt über 5 Millionen Euro schwere Projekt durch EU-Mittel im Rahmen der Förderrichtlinie „Erhalt und Entwicklung der Biologischen Vielfalt“.
Fotos: NLWKN