Wrestedt bekommt einen Rewe-Markt - Ein Stück Geschichte endet: Abriss der Thörmer-Villa in vollem Gange
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Wrestedt. Mit schwerem Gerät wird derzeit ein einst bemerkenswertes Gebäude in Wrestadt abgerissen: Die leerstehende alte Thörmer-Villa muss einem Rewe weichen. Die Arbeiten sind in vollem Gange.
Auch in dieser Sache hält sich die Pressestelle von Rewe Nord sehr bedeckt: „Wir befinden uns hierzu in enger Abstimmung mit unserem Vermieter. Dieser hat bereits mit dem Abriss der Bestandsgebäude begonnen. Nach aktuellem Planungsstand ist eine Realisierung bis Ende 2027 angedacht. Weitere Details können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen“, bestätigt man zumindest den geplanten Neubau in der Bahnhofstraße gegenüber von Netto. Klar ist: Die Rede ist von einem Rewe mit weit über 1.400 Quadratmetern Verkaufsfläche.
Aber was bedeutet das für Netto und Edeka auf der gegenüberliegenden Straßenseite? Ein 2024 veröffentlichtes, von der Samtgemeinde Aue in Auftrag gegebenes, Gutachten sieht die Sache unkritisch: „Gegenüber den Betrieben im zentralen Versorgungsbereich Ortsmitte Wrestedt sind…Umsatzrückgänge um ca. 8 – 9 % zu Lasten des Edeka-Marktes und der Netto-Filiale zu erwarten. Da es sich um leistungsstarke und am Markt etablierte Betriebe handelt, sind keine Betriebsschließungen zu erwarten. Demnach sind keine städtebaulichen Auswirkungen zu erwarten.“
Mit dem neuen Projekt weichen die letzten Reste des alten Thörmer-Möbelimperiums. Die Fabrikantenfamilie schuf zeitweise bis zu 300 Arbeitsplätze in Wrestedt. Das alte Kinogebäude an der Uelzener Straße ließ Fabrikant Kurt Thörmer für seine Arbeiter errichten. In Spitzenzeiten fertigte Thörmer begehrte und hochwertige Möbel, die in alle Welt geliefert wurden. Heutzutage oft gesuchte Sammlerstücke. 2001 war Schluss - das Unternehmen rutschte in die Insolvenz. Die Schlussverteilung wurde schließlich Ende 2005 vom Amtsgericht Uelzen beschlossen.
Fotos: Michalzik