Hygiene-Einheit der Feuerwehr Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf auf der Interschutz 2026
- Subtitle: Bad Bevensen
Hannover/Bevensen-Ebstorf. Die Hygiene-Einheit der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf war vom 1. Bis 6. Juni als „ideeller Aussteller“ auf der Interschutz 2026 in Hannover vertreten. Auf dem Freigelände des Messegeländes präsentierten die Einsatzkräfte ihr Hygienekonzept direkt am eingesetzten Hygieneanhänger und berichteten aus der praktischen Umsetzung im Einsatzdienst. Der Aufbau des Anhängers und des Materials erfolgte dabei genauso, wie es auch im Einsatzfall eingesetzt wird.
Im Mittelpunkt der Präsentation stand der seit Oktober 2023 im Regelbetrieb eingesetzte Hygieneanhänger der Firma deconta. Zahlreiche Fachbesucherinnen und Fachbesucher nutzten die Gelegenheit, sich über die praktische Umsetzung moderner Einsatzstellenhygiene zu informieren und mit den Mitgliedern der Hygiene-Einheit ins Gespräch zu kommen. „Besonders in den ersten Messetagen war der Andrang groß, zeitweise erklärten bis zu fünf Kameraden gleichzeitig das Konzept,“ schildert Timo Schärling, Leiter der Hygiene-Einheit.
Eine Realvorführung innerhalb des Anhängers gab es allerdings nicht. Für die Darstellung des Ablaufs außerhalb des Anhängers wurde für Filmaufnahmen eine Vorführung vor Ort durchgeführt. Der eigentliche Ablauf innerhalb des Anhängers war bereits im Vorfeld der Interschutz in einem Video festgehalten und wurde während der Messe über einen Monitor abgespielt. Das Video ermöglichte den Besuchern einen detaillierten Einblick in die einzelnen Hygieneschritte innerhalb des Anhängers. Interessierte können die Aufnahmen auch weiterhin über die Social-Media-Kanäle der Hygiene-Einheit abrufen.
Der Anhänger verfügt über eine umfangreiche Ausstattung, unter anderem eine Luft- und Abwasserfiltrierung, eine Dusche, eine Stiefelwaschanlage mit zusätzlichem Waschbecken und eine Toilette. Ziel des Konzeptes ist es, kontaminierte Einsatzkleidung und Schadstoffe möglichst direkt an der Einsatzstelle von sauberem Material und unbelasteten Bereichen zu trennen.
Die Hygiene-Einheit wird innerhalb der Samtgemeinde standardmäßig ab dem Einsatzstichwort B2 – Brände, bei denen voraussichtlich Atemschutz eingesetzt werden muss – alarmiert. Besonders nach Brandeinsätzen spielen Schutzmaßnahmen gegen Gefahrstoffe, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Asbest und weitere toxische Rückstände eine zunehmend wichtige Rolle.
Während der Interschutz wurde deutlich, dass das Thema Einsatzstellenhygiene in vielen Feuerwehren weiterhin an Bedeutung gewinnt. Insbesondere der vorbeugende Gesundheitsschutz der Einsatzkräfte stand bei zahlreichen Gesprächen im Fokus. „Durch die konsequente Trennung von „schwarz“ und „weiß“ direkt an der Einsatzstelle soll verhindert werden, dass kontaminierte Kleidung, Geräte oder Ausrüstung Schadstoffe in Fahrzeuge oder Feuerwehrhäuser verschleppen“, sagt der stellvertretende Gemeindebrandmeister Olaf Venske.
Die Mitglieder der Hygiene-Einheit berichteten am Messestand insbesondere über ihre Erfahrungen aus dem Einsatzalltag und die praktische Umsetzung des Konzeptes. Dabei entwickelten sich viele sehr gute Fachgespräche, auch mit internationalem Fachpublikum. „Das Interesse anderer Feuerwehren war groß. Immer wieder wurde gefragt, wie die Akzeptanz im eigenen Umfeld sei, wie das Konzept eingeführt worden ist und ob das Grundkonzept zur Verfügung gestellt werden könne, um das „Rad nicht neu erfinden“ zu müssen. Das Feedback reichte dabei von kritisch bis begeistert, der größte Teil der Besucher zeigte sich jedoch beeindruckt vom vorgestellten System“, berichtet Timo Schärling.
Ein besonderer Aha-Effekt ergab sich durch die gezeigten benutzten Abwasserfilter: Zwei Filter stammten aus einer Realbrandausbildung, ein weiterer aus einem Realeinsatz bei einem Zimmerbrand. Gerade diese Beispiele machten die Belastung im Einsatz für viele Besucher greifbar und regten zum Nachdenken an.
Während der gesamten Messelaufzeit waren jeweils zwischen sieben und zehn Kameraden vor Ort, um den Stand zu betreuen. Insgesamt konnte die Hygiene-Einheit der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf ihr Konzept an allen sechs Messetagen einem internationalen Fachpublikum vorstellen und gleichzeitig wertvolle Impulse aus dem Austausch mit anderen Organisationen mitnehmen. „Überwältigend, mit so viel Interesse haben wir nicht gerechnet“, so lautete das Fazit von Timo Schärling und seinem Team. Auch von deconta hieß es: „Die Hygiene-Einheit der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf hat auf der weltgrößten Messe für BOS als einzige im Bereich Einsatzstellenhygiene ein Konzept aus der Praxis für die Praxis zum Anfassen und Erleben vorgestellt.“
Fotos: Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf
