Geplante Windparks bei Weste: Bürger kritisieren „Wild-West-Zustand“ und laden für Freitag zu Info-Abend nach Höver ein
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Weste. Im Bereich Röbbel/Höver/Oetzendorf/Weste sind drei Windparks mit insgesamt 21 Windrädern geplant. Besorgte Bürger befürchten eine ganze Reihe von Nachteilen für ihre Wohnorte - unter anderem einen massiven Wertverlust ihrer Häuser und Grundstücke. Deswegen findet am Freitag, 6. Februar, 20 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus in Höver eine Bürgerversammlung statt, in deren Verlauf auch die Gründung einer Bürgerinitiative in die Wege geleitet werden soll.
Salvatore di Benedetto, einer der Initiatoren, erklärt im Gespräch mit den Uelzener Nachrichten, man sei nicht grundsätzlich gegen Windenergie. Aber derzeit herrsche im Landkreis Uelzen in Sachen Errichtung neuer Windparks ein „Wild-West-Zustand“: „Wir möchten bei der Gemeinde, beim Samtgemeinderat Bevensen-Ebstorf sowie beim Landkreis Uelzen ein Moratorium bei der Erstellung neuer Anlagen erreichen, bis das überarbeitete Regionale Raumordnungsprogramm in Kraft tritt.“
Der Hintergrund: Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hatte den Teilabschnitt Windenergie des Uelzener Raumordnungsprogramms im Jahr 2022 kassiert. Es gab Unstimmigkeiten im Bereich militärischer Flugnutzung. Derzeit erfolgt die Überarbeitung. Bis die überarbeitete Fassung Gültigkeit erlangt, besteht für Windenergieanlagen ein weitgehend „regelungsloser Zustand“ im Außenbereich, was bedeutet, dass Vorhaben nach allgemeinem Baurecht (§ 35 BauGB) beurteilt werden. Windkraftanlagen gelten dabei als „privilegiert“. Heißt: Da es derzeit keine ausgewiesenen, rechtlich gültigen Vorranggebiete im Kreisgebiet gibt, können Windräder theoretisch überall dort errichtet werden, wo nicht gegen „harte Faktoren“ wie Naturschutzgebiete verstoßen wird.
Di Benedetto moniert, dass Windkraft-Investoren derzeit beabsichtigen, die eigentlich vorgesehene 1.000-Meter-Distanz zu Wohnbebauung zu unterschreiten, teils gebe es Pläne für einen Abstand von nur noch 800 Metern. Und: Während aus Hannover vorgegeben sei, dass künftig 4 Prozent der Kreisfläche für Windkraftnutzung zur Verfügung stehen sollen, sind es nach derzeitigem Verfahren ohne Raumordnungsprogramm fast 8 Prozent.
Die Bürger, die jetzt zur Versammlung nach Höver einladen, machen sich Sorgen um die Wohn- und Lebensqualität in ihren Heimatorten: Zehn 267 Meter hohe Windräder seien allein zwischen Hesebeck, Röbbel, Oetzendorf und Höver geplant. Das bedeute: Schattenschlag von morgens bis abends, 45 Dezibel Schallemission sowie massive Eingriffe in die Landschaft.
Grafik: privat