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Happy End einer Leidensgeschichte: Peterle und Pelle haben als zwei von 155 verwahrlosten Hunden auf dem Gnadenhof Natendorf eine liebevolle Heimat gefunden

  • Subtitle: Natendorf

Natendorf. „Animal Hoarding“ nennt sich das krankhafte, massive Ansammeln von Tieren, oft unter schlimmen Bedingungen und Platznot. Einem besonders üblen Fall waren Behörden Ende vergangenen Jahres bei Mansfeld im Südharz (Sachsen-Anhalt) auf die Spur gekommen: Eine bereits mit einem Haltungsverbot belegte Frau hielt in einem verwahrlosten Einfamilienhaus auf einem kleinen Grundstück 155 Hunde unter entsetzlichen Bedingungen. Die Tiere waren verdreckt und zum Teil wild. Das Veterinäramt war mit Polizei und Feuerwehr im Einsatz, drei Helfer wurden durch Bisswunden verletzt. Die Hunde wurden bestmöglich untergebracht, aber nicht alle konnten an Tierheime vermittelt werden.

Zwei dieser Kandidaten sind Peterle und Pelle - und genau auf diese beiden fiel jetzt die Wahl von Sabine Bracker, Chefin des Gnadenhofs Natendorf in der Samtgemeinde Bevensen/Ebstorf: „Beide Hunde galten in der Unterkunft, in die sie nach der Fortnahme von Amts wegen kamen, als sehr, sehr schwierig und bissig, es traute sich niemand an sie heran.“ Die beiden Hunde hätten deshalb vier Monate ein stumpfes Dasein in einem kleinen Zwinger gefristet, jeder für sich allein, ohne Abwechslung oder ausreichend Bewegung oder Förderung.

Wer Sabine Bracker kennt, weiß, dass vor allem das Sorgen für die schwierigen Fälle eine Spezialität von ihr sind: „Da ich mich gern um Tiere kümmere, die anecken, nicht ‚richtig funktionieren‘ oder speziell sind, fiel die Wahl natürlich genau auf diese beiden.“ 

Vor allem der schwarz-weiße Peterle hatte besonderes Leid zu ertragen Er hatte wie die anderen Tiere zwischen Müll leben müssen: Der dort angesammelte Dreck klebte die ganze Zeit über in seinem Fell, teils handtellergroß. Nach dem tollen Einsatz des Tierschutzes bei der Rettung vor Ort galten Pelle und Peterle in der vorübergehenden Unterbringung danach als so gefährlich, dass sie die Leute dort nicht rantrauten: „Dabei ist es eigentlich ganz einfach - Mensch öffnet sein Herz, geht in ruhiger Bestimmtheit voran, gibt vorsichtig Zuwendung und schafft Vertrauen, sodass auch Hund sein Herz wieder öffnen mag“, hält Sabine Bracker nicht mit Kritik an der zwischenzeitlichen Unterbringung zurück, wobei die eigentlichen Retter beim Ersteinsatz super gewesen seien.

Nur vier Tage hat es gedauert, bis Peterle sich von Sabine Bracker waschen ließ. Die ekligen Klumpen aus dem Fell sind weg - und jetzt können die Pelle und Peterle auf dem weitläufigen Areal des Gnadenhofs endlich die Frühlingsluft genießen und Freiheit erleben. Besonderen Spaß haben sie übrigens daran, mit den im vorigen Jahr aufgenommen Minischweinen (UEN berichteten: https://www.uelzener-nachrichten.com/stadt-und-kreis/bevensen-ebstorf/8817-minischweine-ausgesetzt-ruecksichtslose-tat-haette-tiere-das-leben-kosten-koennen-chancenlos-gegen-woelfe) Gassi zu gehen.

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Fuchsberg 1, 29587 Natendorf
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Fotos: privat