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Grüne Wahlkampf-Aussage sorgt für Ärger in Bienenbüttel

  • Subtitle: Bienenbüttel

Bienenbüttel. Ein zehnseitiger Wahlkampf-Flyer, der von Bündnis 90/Die Grünen in Bienenbüttel an die örtlichen Haushalte verteilt wurde, sorgt derzeit für mächtig Ärger: Auf Seite 7 stellt sich David Riediger von der Grünen Jugend vor, erklärt seine Motivation für grüne Politik - und formuliert den Satz: „Während meiner Ausbildung zum Tischler wurde ich mit viel rechtem und antigrünem Gedankengut konfrontiert, das im Handwerk leider sehr verbreitet ist.“ Und das sorgt für Wirbel in der nördlichsten Gemeinde des Landkreises Uelzen.

Frank Karp, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Bienenbüttel: „Genau diese pauschale Zuschreibung sorgte in dieser Woche im Ort für zahlreiche Diskussionen und Debatten. Auch Zuschriften, die im Rathaus eingegangen sind, machen deutlich, dass diese Aussage innerhalb der Bevölkerung sowie im Handwerk auf erhebliche Kritik und großes Unverständnis gestoßen sind.“

Karp weiter: „Solche Aussagen sind nicht nur undifferenziert, sondern auch respektlos gegenüber den vielen Handwerkerinnen und Handwerkern, die tagtäglich mit harter Arbeit, Verantwortungsbewusstsein und großem persönlichem Einsatz unsere Gesellschaft tragen. Wer ganze Berufsgruppen durch politische Schlagworte unter Generalverdacht stellt, betreibt Spaltung statt Zusammenhalt.“

Judith Libuda, Vorsitzende des Uelzener Kreisverbands von Bündnis 90/Die Grünen, gegenüber den Uelzener Nachrichten: „Es lag keinesfalls in unserer Absicht, das Handwerk pauschal in eine politische Richtung einzuordnen oder Handwerkerinnen und Handwerkern rechtes Gedankengut zu unterstellen. Sollte dieser Eindruck entstanden sein, möchten wir uns dafür ausdrücklich entschuldigen. Gerade die vielen engagierten Betriebe vor Ort, unabhängig von Herkunft, Hintergrund oder persönlicher Einstellung, leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gemeinden und verdienen Respekt und Anerkennung. Die betreffende Aussage sollte sich nicht gegen ‚das Handwerk‘ insgesamt richten, sondern auf gesellschaftliche Entwicklungen aufmerksam machen, die aus unserer Sicht Anlass zur Sorge geben. Dabei bezog sich Herr Riediger auf persönliche Eindrücke und Erfahrungen in einem auswärtigen Ausbildungsbetrieb, keinesfalls jedoch auf eine pauschale Bewertung des Handwerks. Uns ist bewusst geworden, dass die gewählte Formulierung missverständlich und verletzend wirken konnte.“

Karp: „Viele Betriebe kämpfen aktuell mit Nachwuchssorgen, Bürokratie, steigenden Kosten und gesellschaftlicher Geringschätzung. In dieser Situation öffentlich den Eindruck zu erwecken, im Handwerk seien ‚rechtes Gedankengut‘ oder ‚anti-grüne Einstellungen‘ ein strukturelles Problem, ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die täglich anpacken und Verantwortung übernehmen. Gerade das Handwerk lebt von Vielfalt, Pragmatismus und gegenseitigem Respekt – unabhängig von politischer Haltung. Dabei wird völlig ausgeblendet, welchen unverzichtbaren Beitrag das Handwerk gerade im ländlichen Raum leistet. Viele Handwerksbetriebe stellen tagsüber wichtige Einsatzkräfte für die Freiwilligen Feuerwehren, engagieren sich in Vereinen und Verbänden, helfen oft unkompliziert, kostengünstig oder sogar ehrenamtlich mit und übernehmen seit Jahren Verantwortung durch Sponsoring und Unterstützung des gesellschaftlichen Lebens vor Ort. Wer diese Menschen pauschal politisch diffamiert, greift nicht nur einzelne Betriebe an, sondern gefährdet den Zusammenhalt unserer gesamten Einheitsgemeinde."

Besonders kritisch sieht die CDU in diesem Zusammenhang „das bisherige Schweigen des Bürgermeisterkandidaten der Grünen, Matthias Sost“. Judith Libuda: „Mit Matthias Sost haben wir vereinbart, die Bienenbütteler Handwerksbetriebe zu einem offenen Austausch einzuladen. An diesem Gespräch wird auch David Riediger teilnehmen, sodass Gelegenheit besteht, miteinander direkt ins Gespräch zu kommen und mögliche Missverständnisse auszuräumen.“

Foto: Michalzik