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UEN-Kolumne mit Professor Markus Launer: Erste empirische Studie über Uelzen: Wie die Menschen in Uelzen entscheiden - Wie wirkt sich das auf die KI-Nutzung aus?

  • Subtitle: Uelzen

Die Hansestadt Uelzen hat einen Platz in der internationalen wissenschaftlichen Forschung gefunden. Erstmals wurden die Menschen in Uelzen wissenschaftlich analysiert und die Ergebnisse sind phantastisch: Die Uelzener sind tendenziell rationale Chefs oder intuitive Mediatoren. Diese Kombination kann als besondere Stärke der Region verstanden werden: Während die einen für Struktur, Planung und Umsetzung sorgen, bringen die anderen Kreativität, Offenheit und den Blick für neue Ideen ein. Gerade im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz ergänzen sich beide Entscheidungsstile und schaffen gute Voraussetzungen für Innovation und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Mit der Veröffentlichung der Studie von Markus Launer und Fatih Çetin (2026) gehört Uelzen zu den wenigen ländlichen Regionen Deutschlands, für die wissenschaftliche Erkenntnisse über Persönlichkeit, Entscheidungsverhalten und digitales Vertrauen vorliegen. Die Studie wurde in der internationalen Fachzeitschrift South Eastern European Journal of Public Health (SEEJPH) veröffentlicht und macht Uelzen zu einem interessanten Forschungsstandort für Fragen der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz.

In dieser Studie wurden 187 Bürgerinnen und Bürger aus der Region Uelzen befragt. Ziel der Untersuchung war es, besser zu verstehen, wie Menschen Entscheidungen treffen und welche Rolle Persönlichkeit und Vertrauen gegenüber digitalen Technologien spielen. Die Ergebnisse wurden jetzt nochmal neu ausgewertet. Prof. Fatih Cetin von der Baskent University in Ankara (Türkei) analysierte die Daten nochmals nach dem eher populärwissenschaftlichen Konzept Meyers Briggs Indicator (MBTI). Und die Ergebnisse sind äußerst interessant. Launer und Cetin konnten zwei typische Profile für Uelzen herausarbeiten:

Das erste Profil ähnelt dem MBTI-Typ „Executive“ (ESJT). Diese Menschen bevorzugen Struktur, Planung und nachvollziehbare Entscheidungen. Sie orientieren sich an Fakten, übernehmen Verantwortung und möchten Veränderungen verstehen, bevor sie diese akzeptieren. Für sie sind Verlässlichkeit, Transparenz und praktische Lösungen besonders wichtig.

Das zweite Profil ähnelt dem MBTI-Typ „Mediator & Idealist“ (INPF). Hier stehen Intuition, Kreativität und persönliche Werte stärker im Mittelpunkt. Diese Menschen denken häufiger ganzheitlich, erkennen Zusammenhänge frühzeitig und interessieren sich für den gesellschaftlichen Nutzen neuer Entwicklungen. Entscheidungen werden nicht allein anhand von Fakten getroffen, sondern auch anhand persönlicher Erfahrungen und Überzeugungen.

Diese Erkenntnisse helfen auch dabei, den Umgang mit Künstlicher Intelligenz besser zu verstehen. Menschen mit einem stärker rationalen Entscheidungsstil erwarten von KI vor allem Transparenz, Nachvollziehbarkeit, Datenschutz und einen klaren praktischen Nutzen. Menschen mit einem intuitiven Entscheidungsstil fragen dagegen häufiger nach dem gesellschaftlichen Mehrwert: Unterstützt KI den Menschen? Erleichtert sie den Alltag? Ist sie verantwortungsvoll und verständlich gestaltet?

Für Unternehmen, Verwaltungen und Bildungseinrichtungen ergibt sich daraus eine wichtige Konsequenz. Künstliche Intelligenz sollte nicht ausschließlich als technische Innovation kommuniziert werden. Erfolgreiche KI-Projekte müssen sowohl faktenorientierte Menschen überzeugen als auch diejenigen erreichen, die Wert auf Vertrauen, Verständlichkeit und gesellschaftlichen Nutzen legen.

Gerade diese Vielfalt macht Uelzen zu einem spannenden Beispiel für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im ländlichen Raum. Die Zukunft der KI entscheidet sich nicht allein in den Rechenzentren großer Technologieunternehmen, sondern auch dort, wo Menschen täglich über ihren Einsatz entscheiden – in Städten und Gemeinden wie Uelzen.

 

Im Detail für Interessierte

Die Menschen von Uelzen in den Medien

Die Literatur- und Internetquellenlage zur „Persönlichkeit der Menschen in Uelzen“ ist bisher dünn. Es gibt keine belastbare externe Persönlichkeitsstudie speziell zur Stadt Uelzen. Verwertbar sind eher indirekte Quellen: Stadtmarketing, Lokaljournalismus, Ehrenamtsseiten, Lebensqualitätsberichte und allgemeine Forschung zur geografischen Psychologie.

Die allgemeine Forschung zur geografischen Psychologie geht davon aus, dass regionale Mentalitätsunterschiede messbar sein können, aber vorsichtig interpretiert werden müssen. Unterschiede zwischen Regionen sind meist graduell, nicht absolut. Der Wohnort kann Persönlichkeit, Verhalten und soziale Muster mitprägen, etwa durch Stadt-Land-Strukturen, Arbeitsmärkte, Milieus, Vereinsleben und Wanderungsbewegungen.

https://www.spektrum.de/news/persoenlichkeit-wie-der-wohnort-uns-praegt/2165613

Für Uelzen zeichnen öffentliche Quellen vor allem ein Bild von Bürgerengagement, Gemeinsinn und regionaler Verankerung. In einem AZ-Interview werden die Bürgerinnen und Bürger als besonders engagiert in Sport, Kultur und Sozialem beschrieben; zugleich wird Uelzen als traditionelle Handelsstadt mit kurzen Wegen, grünem Umfeld und dem Hundertwasser-Bahnhof als starkem Wahrnehmungsanker dargestellt.

Auch die offiziellen Seiten von Stadt und Landkreis betonen ehrenamtliches Engagement. Die Hansestadt beschreibt Ehrenamt als Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen einzubringen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Der Landkreis hebt hervor, dass engagierte Menschen in sozialen, sportlichen, kulturellen und politischen Bereichen das Zusammenleben stärken.

Ein weiteres Motiv ist Lebensqualität mit Verbesserungsdruck. In einer Bürgerbefragung werden Natur, Kultur, Bahnanbindung sowie Sport- und Freizeitangebote positiv genannt; Handlungsbedarf sehen Bürger eher bei Stadtbild, Sauberkeit und Einkaufserlebnis in der Innenstadt. Das spricht für eine Bevölkerung, die ihre Stadt grundsätzlich schätzt, aber praktische Verbesserungen erwartet.

Erste empirische Studie über die Menschen in Uelzen

Im Rahmen der Forschungsreihe „Digital Trust & Teamwork in Uelzen“ wurden 187 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Region Uelzen analysiert. Die Studie analysierte den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit, Entscheidungsverhalten und digitalem Vertrauen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse wurden inzwischen in einer internationalen Fachzeitschrift South Eastern European Journal of Public Health (SEEJPH) Veröffentlicht.

https://www.seejph.com/index.php/seejph/article/view/7135

Die erneute Auswertung zeigt, dass sich die Menschen in Uelzen zwar in ihren Persönlichkeiten unterscheiden, sich ihre Entscheidungsstile jedoch im Wesentlichen zu zwei charakteristischen Profilen zusammenfassen lassen.

Das erste Profil ähnelt dem MBTI-Typ ESJT („Executive“). Menschen mit diesem Entscheidungsstil handeln überwiegend strukturiert, faktenorientiert und pragmatisch. Sie bevorzugen klare Regeln, planbare Abläufe und nachvollziehbare Entscheidungen. Verlässlichkeit, Sicherheit und Verantwortungsbewusstsein spielen für sie eine wichtige Rolle. Häufig übernehmen sie organisatorische Verantwortung, setzen Vorhaben konsequent um und achten darauf, dass Vereinbarungen eingehalten werden. Veränderungen werden grundsätzlich akzeptiert, sofern sie logisch begründet sind und einen erkennbaren Nutzen bieten.

Das zweite Profil weist Ähnlichkeiten zum MBTI-Typ INPF („Mediator & Idealist“) auf. Diese Menschen betrachten Situationen stärker ganzheitlich und orientieren sich häufiger an Intuition, persönlichen Werten und langfristigen Zusammenhängen. Sie interessieren sich für neue Ideen, erkennen Muster und Entwicklungen oft frühzeitig und beziehen emotionale sowie gesellschaftliche Aspekte in ihre Entscheidungen ein. Kreativität, Offenheit und der Wunsch, sinnvolle Veränderungen anzustoßen, prägen diesen Entscheidungsstil.

Beide Profile stellen keine Gegensätze dar. Jeder Mensch nutzt sowohl analytisches Denken als auch Intuition. Die Untersuchung zeigt vielmehr, welche Form der Entscheidungsfindung bevorzugt wird. Während die eine Gruppe zunächst nach Fakten, Daten und klaren Strukturen sucht, vertraut die andere häufiger auf Erfahrung, Zusammenhänge und das eigene Gespür.

Auch innerhalb der Persönlichkeitsmerkmale zeigen sich interessante Unterschiede. Extravertierte Personen orientieren sich häufiger an Fakten und objektiven Informationen. Introvertierte verlassen sich häufiger auf spontane Eingebungen, Emotionen und unbewusste Mustererkennung. Menschen mit einer sensorischen Wahrnehmung bevorzugen konkrete Informationen und sorgfältige Planung, während intuitive Persönlichkeiten stärker abstrakt denken und das große Ganze im Blick behalten. Thinking-Typen treffen Entscheidungen überwiegend logisch und sachlich, Feeling-Typen beziehen Werte, Beziehungen und Emotionen stärker ein.

Methodik der Studie

Das EFRE-Forschungsprojekt „Digital Trust & Teamwork in Uelzen“ von Prof. Markus Launer und dem Forschungsteam Dr. Frithiof Svenson, Stefanie Borsych, Lukas Alvermann, Dirk Schneider sowie Dierk Ohler, Michael Ferwagner und Johanna Meyer untersuchte den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit, Entscheidungsverhalten und Vertrauen in digitale Technologien. Zwischen 2017 und 2019 nahmen insgesamt rund 300 Personen teil, darunter 187 Bürgerinnen und Bürger aus der Region Uelzen.

https://www.ostfalia.de/markus-launer

Zur Erfassung der Persönlichkeit wurde der international etablierte Myers-Briggs Type Indicator (MBTI) eingesetzt. Dieses Persönlichkeitsmodell beschreibt Menschen anhand der vier Dimensionen Extraversion–Introversion, Sensing–Intuition, Thinking–Feeling sowie Judging–Perceiving und ermöglicht die Einordnung in 16 Persönlichkeitstypen.

Ergänzend wurden verschiedene wissenschaftlich validierte Instrumente zur Messung rationaler und intuitiver Entscheidungsstile eingesetzt. Dabei wurden unter anderem faktenorientiertes und analytisches Entscheiden, planungsorientiertes Handeln, spontane Entscheidungen, emotionale Entscheidungsprozesse, klassische Intuition, unbewusste Entscheidungsprozesse, erfahrungsbasierte Heuristiken, Faustregeln sowie antizipatives Denken erfasst. Darüber hinaus wurde das Vertrauen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in digitale Technologien untersucht.

Die Daten wurden anschließend von Prof. Fatih Cetin von der Baskent University in Ankara (Türkei) mit modernen statistischen Verfahren ausgewertet. Cetin war 2025 Visiting Professor an der Ostfalia Hochschule am Campus Suderburg und schon mehrmals Gast bei den internationalen Forschungskonferenzen von Launer in Uelzen.

Mithilfe explorativer und konfirmatorischer Faktorenanalysen wurden die verschiedenen Entscheidungsstile zu einem gemeinsamen wissenschaftlichen Modell zusammengeführt. Anschließend identifizierte eine Latent-Class-Analyse typische Entscheidungsprofile innerhalb der Bevölkerung. Ergänzend wurden Korrelationsanalysen und Varianzanalysen (ANOVA) durchgeführt, um Zusammenhänge zwischen Persönlichkeit, Entscheidungsverhalten, Geschlecht und den einzelnen MBTI-Dimensionen zu untersuchen. Die Ergebnisse wurden vorab 2024 bei der CoSiM Konferenz des Instituts für gemeinnützige Dienstleistungen gGmbH in Suderburg im Rathaus von Uelzen präsentiert. Schirmherr war unser Bürgermeister Jürgen Markwardt.

https://institutfuerdienstleistungen.com/en/seminar-2024/

Die Hansestadt Uelzen zählt rund 32.700 Einwohner. Mit 187 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Uelzen umfasst die Stichprobe damit etwa 0,57 % der Stadtbevölkerung. Die Datenerhebung erfolgte online über ein Schneeballverfahren und stellt daher keine statistisch repräsentative Zufallsstichprobe dar. Für explorative sozialwissenschaftliche Untersuchungen ist die Stichprobengröße jedoch beachtlich und liefert belastbare Hinweise auf Persönlichkeits- und Entscheidungsmuster in der Region. Die Ergebnisse sollten deshalb als empirisch fundierte Trends interpretiert werden, die eine Grundlage für weiterführende Forschung bilden.

Launer bedankt sich nochmals bei den Kooperationspartnern des Forschungsprojektes: Landkreis Uelzen, Stadt Uelzen, Bürgermeister Jürgen Markwardt, Samtgemeinde Suderburg, Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz und Bürgermeister von Suderburg, Ilmenau-Stadtverein Uelzen e.V., Vorstand Henning Tietge, IT-Verbund Uelzen, Vorstand Andreas Hense, MyCity Uelzen (Stadtwerke Uelzen GmbH), Geschäftsführer Markus Schümann, Expert GmbH, Geschäftsführer Herr Meineke, Digital Leadership GmbH, Stefan Dieffenbacher und Intersoft Consulting Services AG, Vorstand Thorsten Logemann.

Die Studie wurde anschließend international fortgeführt und erreichte eine Teilnehmerzahl von 5700 Menschen weltweit. Launer bedankt sich insbesondere bei Kooperationspartner Prof. Dave Marcial von der Silliman University, Dumaguete, Philippinen. Marcial war Gastprofessor an der Ostfalia Hochschule am Campus Suderburg. An der Studie haben folgende Universitäten mitgewirkt: Beijing Open University, Peking, China; Ferris University, Yokohama, Japan; National Cheng Kung University, Tainan, Taiwan; Open University of the Philippines, Los Banos, Philippinen; Semyung University, Semyung, Korea; Shenzhen Polytechnic University, China; Siam University, Bangkok, Thailand; Tallinn University of Applied Sciences, Tallinn, Estland; Universidad Católica Nuestra Señora de la Asunción, Paraguay; University Buenos Aires University, Argentinien; Philippines E-Learning Society, Vietnam; Universidad Nacional de Quilmes, Argentinien; ZHAW School of Management and Law, Switzerland; Father Saturino Urios University, Butuan, Philippines; Bauman Moscow State Technical University, Russia; Linnaeus University, Kalmar, Sweden; University of Ghana Business School, Accra; University of Nairobi, Kenia; Xavier School of Management, Jamshedpur, India; Babeș-Bolyai University, Rumänien; Poznań University of Economics and Business, Polen; Warsaw University of Life Science, Polen; Slovak Academy of Sciences, Bratislava; Faculdades Ibmec, Rio de Janeiro, Brasilien; University of Oklahoma, Norman, USA; Rider University, Lawrence Township, New Jersey, USA; University of Coimbra, Portugal und die international Karlshochschule, Karlsruhe, Germany.

Die Ergebnisse wurden in internationalen Fachjournalen veröffentlicht:

Towards the Measurement of Digital Trust:  https://www2.ostfalia.de/cms/de/pws/launer/Forschung/digitales-vertrauen/at-workplace/Publication-1-Theory.pdf

Test-retest Reliability and Internal Consistency: https://solidstatetechnology.us/index.php/JSST/article/view/10225

Digital Trust in the Workplace: Testing a new Instrument on a multicultural Sample: https://www.ceeol.com/search/article-detail?id=1031211

Buch von Paliszkiewicz, Chen, K., & Launer, (2022): Trust and Digital Business. Routledge: https://www.taylorfrancis.com/books/edit/10.4324/9781003266525/trust-digital-business-joanna-paliszkiewicz-kuanchin-chen-markus-launer

 

Die zwei Profile lassen sich auf KI übertragen

Für die Entwicklung und Einführung Künstlicher Intelligenz im ländlichen Raum sind diese Erkenntnisse von besonderer Bedeutung. Erfolgreiche KI-Systeme müssen sowohl analytisch orientierte Menschen mit Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Fakten überzeugen als auch intuitiv geprägten Nutzern kreative, verständliche und benutzerfreundliche Lösungen bieten. Gerade diese Vielfalt der Entscheidungsstile macht die Region Uelzen zu einem interessanten Forschungsfeld für die Zukunft der Mensch-KI-Zusammenarbeit. Die zwei typischen Profile für Uelzen lassen sich auf das Verhalten bezüglich Künstlicher Intelligenz wie folgt interpretieren:

Das rational-strukturierte Profil („Executive“-ähnlich):

Diese Personen werden KI eher dann akzeptieren, wenn sie nachvollziehbar, kontrollierbar und praktisch nützlich ist. Sie fragen: Funktioniert das zuverlässig? Wer haftet? Welche Daten werden genutzt? Spart es Zeit oder Geld? Für diese Gruppe sind Transparenz, Datenschutz, klare Regeln und messbare Vorteile entscheidend. Sie nutzen KI eher als Werkzeug für Planung, Analyse, Verwaltung, Kalkulation und Prozessoptimierung.

Das intuitiv-ganzheitliche Profil („Mediator/Idealist“-ähnlich);

Diese Personen reagieren stärker auf die Sinnfrage: Hilft KI Menschen? Entlastet sie? Macht sie Arbeit kreativer? Ist sie sozial verantwortlich? Sie werden KI eher akzeptieren, wenn sie verständlich, menschlich, kreativ und unterstützend wirkt. Gleichzeitig können sie sensibler auf Risiken wie Entmenschlichung, Überwachung oder soziale Ungerechtigkeit reagieren. Für diese Gruppe sind Vertrauen, Sprache, Empathie und einfache Bedienung besonders wichtig.

Die Ergebnisse der Studie lassen darauf schließen, dass die Menschen in Uelzen Künstliche Intelligenz weder unkritisch akzeptieren noch grundsätzlich ablehnen werden. Vielmehr dürfte ihre Haltung – passend zur bodenständigen und pragmatischen Mentalität der Region – vor allem vom konkreten Nutzen abhängen. Entscheidend ist nicht, wie leistungsfähig eine KI technisch ist, sondern ob sie den Alltag tatsächlich verbessert, Unternehmen unterstützt, Verwaltungsprozesse vereinfacht oder neue Chancen für Landwirtschaft, Handwerk und Gesundheitswesen eröffnet.

Erfolgreiche KI-Projekte in Uelzen müssen deshalb beide beschriebenen Perspektiven berücksichtigen. Es reicht nicht aus, nur technische Leistungsdaten zu präsentieren oder ausschließlich über Algorithmen zu sprechen. Ebenso wichtig sind verständliche Erklärungen, konkrete Praxisbeispiele und nachvollziehbare Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger. Gerade deshalb könnte Uelzen ein interessantes Reallabor für Künstliche Intelligenz im ländlichen Raum sein. Die Region vereint analytisch denkende Menschen, die Innovationen strukturieren und kritisch hinterfragen, mit intuitiv orientierten Menschen, die neue Möglichkeiten erkennen, kreative Anwendungen entwickeln und gesellschaftliche Akzeptanz fördern.

Diese Mischung aus Rationalität, Pragmatismus, Kreativität und Gemeinsinn könnte sich als besonderer Standortvorteil erweisen. Die Zukunft der Künstlichen Intelligenz entscheidet sich möglicherweise nicht allein in den Rechenzentren der großen Technologiekonzerne, sondern dort, wo Menschen täglich über ihren Einsatz entscheiden. Uelzen besitzt damit gute Voraussetzungen, den verantwortungsvollen und praxisnahen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im ländlichen Raum aktiv mitzugestalten.

Fazit

Für Uelzen bedeutet das: KI-Kommunikation darf nicht nur technisch sein. Ein Teil der Menschen will Fakten, Sicherheit und Kontrolle. Ein anderer Teil will Sinn, Nutzen für Menschen und eine verständliche Anwendung. Erfolgreiche KI-Projekte im ländlichen Raum müssen deshalb beides liefern: harte Fakten und menschliche Anschlussfähigkeit. Schöner Nebeneffekt der Studie: Die Hansestadt Uelzen ist nun in der Wissenschaft fest verankert.

Prof. Dr. Markus A. Launer

Institut für gemeinnützige Dienstleistungen gGmbH

A non-profit organization for social projects and research

Hauptstrasse 26, 29556 Suderburg, Germany

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Phone: +49 177 6446410

https://institutfuerdienstleistungen.com/en/homepage/ 

Orcid No https://orcid.org/0000-0001-9384-0807

Research Gate https://www.researchgate.net/profile/Markus-Launer

Foto: privat