Bis 15. Oktober: Auch für den Hundertwasserbahnhof kommt das Alkoholverbot
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Von Michael Michalzik
Uelzen. Die Liste der Vorfälle ist lang: Ein Betrunkener randaliert und fällt ins Gleisbett, ein Reisender verletzt im Vollrausch zwei Polizisten, eine alkoholisierte Frau fügt einem Zugbegleiter Schürfwunden zu. Das sind nur einige Beispiele für eine ganze Reihe von Vorkommnissen im Uelzener Hundertwasserbahnhof, bei denen Alkohol eine Rolle spielte.
Damit soll bald Schluss sein: Um die Sicherheit für Reisende und Mitarbeitende zu verbessern, verbietet die Deutsche Bahn (DB) das Trinken von Alkohol an all ihren Bahnhöfen. „Die neue Regel gilt bundesweit und wird bis zum 15. Oktober 2026 schrittweise an 5.400 Bahnhöfen, auch in Uelzen, umgesetzt“, so eine Bahnsprecherin auf Anfrage der Uelzener Nachrichten.
Bereits zuvor hatten Hansestadt und Bundespolizei auf das immer stärker von Reisenden und Bevölkerung wahrgenommene Problem reagiert und seit Anfang 2025 stärkere Präsenz am und im Hundertwasserbahnhof gezeigt.
Mit ihrem Gebrauch vom Hausrecht geht die Deutsche Bahn nun noch einen Schritt weiter: „Wir greifen durch: Wir verbannen das Alkoholtrinken aus unseren Bahnhöfen“, so DB-Chefin Evelyn Palla. „Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt. Zuletzt hat uns dies der brutale und sinnlose Angriff vom vergangenen Freitag gezeigt. Deshalb kommt jetzt das Alkoholverbot an Bahnhöfen. Wir meinen es ernst mit der Sicherheit. Es geht um den Schutz unserer Mitarbeitenden und Fahrgäste.“
Dafür seien in den nächsten Wochen lokale Anpassungen von Hausordnungen in Abstimmung mit Kommunen, Behörden, und Verwaltungen nötig. Die DB will das neue Verbot im Rahmen des Hausrechts sukzessive einführen und mit Augenmaß durchsetzen. Das Verbot wird im Rahmen der Standardbestreifung der DB-Sicherheit umgesetzt. Zunächst informieren Mitarbeitende der DB über die geänderte Hausordnung, zudem werden Durchsagen und Aushänge im Bahnhof darauf hinweisen.
Foto: Deutsche Bahn AG/Stefan Wildhirt