Nordzucker legt Pläne für Molzener Biogasanlage auf Eis
- Subtitle: Molzen
Uelzen. Es waren ambitionierte Pläne, die die Nordzucker AG für Uelzen vorantreiben wollte: Das Unternehmen will seine Werke frei von der Nutzung fossiler Brennstoffe machen. Auch der Standort Uelzen sollte auf erneuerbare Energien umgestellt werden - bei Molzen sollte deshalb eine Biogasanlage entstehen (UEN berichteten).
Doch daraus wird vorerst nichts: „Nordzucker hat entschieden, das Biogas-Projekt in Uelzen zu verschieben“, erklärt Sprecherin Nicole Dinter.
Im Mai hatte der Konzern einen historisch schlechten Jahresabschluss vorgelegt. Das negative Ergebnis war vor allem auf das europäische Zuckergeschäft zurückzuführen: „Der Preisverfall, der sich seit Herbst 2024 am Markt abzeichnete, wirkte sich im Geschäftsjahr 2025/26 voll im Ergebnis aus“, hatte Alexander Bott, Chief Financial Officer (CFO) von Nordzucker, erklärt.
Nur wenige Wochen zuvor hatte Nordzucker in Uelzen seine Pläne vorgestellt, westlich von Molzen, am Rand des geplanten Gewerbegebiets Hafen Ost, eine Biogasanlage zu bauen, die mit den herkömmlichen Anlagen landwirtschaftlicher Betriebe eigentlich nur den Namen hätte gemein haben sollen: Geplant war eine Industrie-Anlage, die einen Teil der Rübenpresschnitzel hätte verwerten sollen, die im 3,3 Kilometer Luftlinie entfernten Werk während der 140-tägigen, jährlichen Kampagne anfallen. Diese Pläne hat der Konzern jetzt erst einmal kassiert.
Dinter: „Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie offener infrastruktureller Fragestellungen und damit verbundenen Kosten priorisieren wir aktuell wirtschaftlichere Investitionen. Biogas bleibt weiterhin ein wichtiger Baustein der langfristigen Dekarbonisierungsstrategie von Nordzucker. Mit den Maßnahmen des GoGreen-Programms ist das Unternehmen auf Kurs, seine CO₂-Reduktionsziele bis 2030 zu erreichen.“
Foto: Nordzucker