Spitzenforschung trifft nachhaltigkeits- und exzellenzorientierten Lernort: Internationale Professoren im direkten Austausch mit Schülerinnen und Schülern der BBS I Uelzen
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Uelzen. Am 7. September 2026 lud Herr OStD Stefan Nowatschin eine hochkarätige internationale Forschungsgruppe um Prof. Markus Launer (Institut für gemeinnützige Dienstleistungen) an die BBS I Uelzen ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den USA, Japan, der Türkei, der Ukraine, Marokko und Polen diskutierten auf Einladung der Schule gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern über deren Zukunft in einer von KI, Automatisierung, Robotik und Nachhaltigkeit geprägten Welt. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung.
BBS I Uelzen Projekt-Koordinator OStR Frank Nierath stellte ein Konzept vor, das KI praxisnah beim Lernen und in Ausbildung verankert. Wie viel Eigenverantwortung und Engagement bereits an den BBS I Uelzen, dem Regionalen Kompetenzzentrum Beruflicher Bildung im Landkreis Uelzen, gelebt werden, beweisen die etablierten Schülerfirmen: etwa die Schülerfirma Campus mit dem nachhaltigen Fairtrade-Kaffee-Verkauf oder Projekte wie der „Health-o-Mat“, der von den Fachoberschulklassen 11 und 12 im Auftrag der Schülerfirmen an den BBS I realisiert wurde.
Der Berufspädagoge Nierath erläuterte, dass berufliche Lernorte, wie die BBS I Uelzen, dabei vor einer doppelten Herausforderung stehen. Einerseits müssen sie KI sinnvoll in das nachhaltigkeitsorientierte Lernen und die Ausbildung integrieren. Andererseits müssen sie junge Menschen darauf vorbereiten, KI später in Unternehmen, Industrie und Verwaltung kompetent und verantwortungsvoll einzusetzen. Da sich die Technologie in immer kürzeren Zeitabständen weiterentwickelt, müssen zugleich die Kompetenzen der Lehrkräfte kontinuierlich aktualisiert werden.
Klar wurde in den Gesprächen vor allem eines: Der reflektierte Umgang mit KI beim nachhaltigkeitsorientierten Lernen fordert beide Seiten gleichermaßen. Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte müssen lernen, mit den rasanten Entwicklungen Schritt zu halten – jetzt und in Zukunft. Nur wenn Lernende und Lehrende gemeinsam Gestaltungskompetenz entwickeln, kann KI sinnvoll und verantwortungsvoll in der Lebens- und Berufswelt eingesetzt werden.
Die Sicht der Lernenden stand während der gesamten Debatte im Mittelpunkt:
Keno-Jeshua Franke, 1. Sprecher des KSR und Schülervertreter der BBS I Uelzen, betonte:
„Dass Spitzenforscher direkt an unsere Schule kommen, zeigt: Unsere Perspektive wird ernst genommen. Wir waren echte Gesprächspartner auf Augenhöhe. Künstliche Intelligenz wird Ausbildung und Studium prägen – das motiviert, schüchtert aber auch ein. Wenn uns die BBS I jetzt schon ermöglicht, diese Entwicklungen zu verstehen, erhalten wir das Werkzeug, die Veränderung aktiv mitzugestalten. KI bedeutet nicht, dass Maschinen uns ersetzen, sondern dass wir sie gemeinsam mit unseren Lehrkräften verantwortungsvoll nutzen.
Dass das Fundament der BBS I Uelzen über die Schulzeit hinaus trägt, unterstrich Janith Lemmermann. Als ehemaliger Schüler und Schülervertreter der BBS I – heute Student an der Ostfalia Hochschule und Verleger – richtete er den Blick auf die Chancen für junge Menschen.
Internationale Impulse bereicherten die Debatte: Prof. Burcu Tosun (Türkei), Prof. Daria Suprun (Ukraine), Dr. Natsuko Uchida (Japan), Dr. Youssef El Archi (Marokko) sowie online Prof. Cihan Cobanoglu (USA) zeigten gemeinsam mit Dozent Joachim Delekat auf, wie KI weltweit von sozialen Berufen bis zum ortsunabhängigen Lernen neue Perspektiven eröffnet.
Prof. Markus Launer, Leiter der internationalen CoSiM Konferenz, betonte deshalb die notwendige Verzahnung von beruflicher Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft. Europa müsse seine Kompetenzen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz systematisch ausbauen, um im technologischen Wettbewerb mit den USA und China nicht zurückzufallen.
Dabei reiche es nicht aus, den Umgang mit heutigen KI Anwendungen zu vermitteln. Berufsbildende Schulen, Regionale Kompetenzzentren Beruflicher Bildung oder auch Zentren Beruflicher Exzellenz in Europa müssten langfristig die Fähigkeit entwickeln, neue Technologien frühzeitig zu erkennen, ihre Bedeutung für einzelne Berufe zu bewerten und Lehrinhalte kontinuierlich an die Veränderungen der Lebens- und Arbeitswelt anzupassen.
Joachim Delekat, Mitglied des Uelzener Stadtrates und Dozent, zeigte am Beispiel der Ergotherapieschule in Bad Bevensen, wie Künstliche Intelligenz konkret in der beruflichen Bildung eingesetzt werden kann. Im Mittelpunkt müsse dabei der Nutzen für den Menschen stehen. KI solle Fachkräfte unterstützen, Arbeitsprozesse verbessern und neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Entscheidend sei, technologische Innovation mit den tatsächlichen Bedürfnissen von Beschäftigten, Auszubildenden und Unternehmen zu verbinden.
Prof. Burcu Tosun von der Atilim University in der Türkei stellte einen Rahmen für KI basierte berufliche Bildung vor und brachte ihre Erfahrungen aus E-Business und Management ein.
Prof. Daria Suprun aus der Ukraine präsentierte Ansätze für den Einsatz von KI in sozialen Berufen. Dr. Natsuko Uchida von der Ferris University in Japan berichtete über aktuelle Entwicklungen der Robotik und deren Bedeutung für Bildung und Arbeitswelt.
Dr. Youssef El Archi aus Marokko zeigte am Beispiel von Smart Tourism und Nachhaltigkeit, wie KI Kompetenzen auch in Dienstleistungsberufen neue Tätigkeitsfelder und Qualifikationsanforderungen entstehen lassen.
Prof. Cihan Cobanoglu, Provost der Virscend University in Kalifornien, USA, schaltete sich online hinzu und stellte die Möglichkeiten eines asynchronen Masterstudiums vor. Sein Beispiel verdeutlichte eine weitere Dimension der digitalen Transformation von Bildung. Auch Menschen in ländlichen Regionen
können heute international, ortsunabhängig und zeitversetzt studieren und dabei Lerntempo und Lernzeiten individuell gestalten. Die räumliche Entfernung zu internationalen Hochschulen verliert dadurch zunehmend an Bedeutung.
Aus den Gesprächen entsteht nun ein gemeinsamer europäischer Forschungsantrag. Das Fazit des Tages ist eindeutig: Die BBS I Uelzen bindet ihre Schülerinnen und Schüler direkt in Spitzenforschung ein und bereitet sie gemeinsam mit den Lehrkräften praxisnah auf die Lebens-, Arbeits- und Berufswelt von morgen vor.
Stefan Nowatschin, Leiter der BBS I Uelzen unterstrich: „Wenn internationale Spitzenforschung den Weg direkt an die BBS I Uelzen sucht, beweist das: Die Perspektive der Schülerinnen und Schüler zählt, auch das die Kooperation zwischen akademischen und ncht-akademischen Lernorten weltweit möglich ist. Die BBS I Uelzen vermittelt jungen Menschen das nötige Rüstzeug, um den technologischen und nachhaltigkeitsorientierten Wandel mutig zu nutzen – sei es in der Ausbildung, im Studium, im Betrieb oder bei einer späteren eigenen Unternehmensgründung.“
Aus den Gesprächen entsteht nun ein gemeinsamer europäischer Forschungsantrag. Das Fazit des Tages ist eindeutig: Die BBS I Uelzen bindet ihre Schülerinnen und Schüler direkt in Spitzenforschung ein und bereitet sie gemeinsam mit den Lehrkräften praxisnah auf die Lebens-, Arbeits- und Berufswelt von morgen vor.
Das gemeinsame Ziel ist eine exzellente Berufliche Bildung Nachhaltige Entwicklung, die technologischen Veränderungen nicht nur folgt, sondern junge Menschen dazu befähigt, die KI geprägte Lebens- und Arbeitswelt aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten. Gerade für ländliche Regionen kann darin eine besondere Chance liegen.
Verfasser: Stefan Nowatschin, OStD, Prof. Dr. Markus Launer und Janith Lemmermann
Foto: privat