Ergebnisse der 10. CoSiM Konferenz des Suderburger Institutes für gemeinnützige Dienstleistungen in Uelzen - Künstliche Intelligenz im ländlichen Raum – über 100 beteiligte Forscher/innen
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Uelzen. Am 8. September trafen sich Wissenschaftler/innen aus Deutschland, den USA, Japan, der Ukraine, der Türkei, Marokko und Polen hybrid im Rathaus der Hansestadt Uelzen zur 10. CoSiM Management Konferenz (CoSiM steht für Contemporary Studies in Management). Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Künstliche Intelligenz, kurz KI, die Entwicklung ländlicher Räume verändern kann. Eingeladen hatte Prof. Markus Launer, Geschäftsführer des Instituts für gemeinnützige Dienstleistungen in Suderburg. Er verwies darauf, dass KI im ländlichen Raum bislang vergleichsweise wenig erforscht sei. Gemeinsam mit einem internationalen Netzwerk von rund 30 Forschenden arbeitet er daran, diese Forschungslücke zu schließen. Alle Beteiligten gratulierten zudem zum 10. Jubiläum und der Kontinuität des internationalen Forscherteams. Die Forschenden selbst sprechen schon von einer CoSiM Familie. Launer betont immer wieder, dass das Institut im Gasthaus Müller in Suderburg seinen Sitz hat, bei der 90-jährigen Dame Anneliese Müller, die schon alle Forscher rund um die Welt betreut hat, die die Region Uelzen besuchten.
Die Konferenz begann mit einem Live Seminar vor Ort im Rathaussaal und ging anschließend in eine zweitägige internationale Onlinekonferenz mit mehr als 100 Teilnehmer/innen über. Von Japan und Australien bis Kalifornien beteiligten sich Forschende rund um die Welt rund um die Uhr. Zum 10. Jubiläum der CoSiM Konferenz sendeten zudem acht Forscher sog. Keynote Speeches (Rede) für die Anerkennung der Leistungen des Institutes, die im YouTube Kanal des Institutes zu sehen sind. Die Veranstaltung sowie die Integrationsarbeit des Institutes wird seit 10 Jahren unterstützt von der Niedersächsischen Lotto Sport Stiftung in Hannover, insbesondere die Integration von Flüchtlingen und Migranten mit Onlineschulungen. Launer, Delekat und Nierath hatten neben der internationalen Forschung auch lokale Integrationsprogramme für Ankommende aus Syrien, Afghanistan und der Ukraine online angeboten.
Die live vor Ort Veranstaltung wurde von unserem Bürgermeister Jürgen Markwardt eröffnete, der seit acht Jahren Schirmherr und Gastgeber der Forschungsmeetings ist. Er richtete an die Forscher einen Appell: Der ländliche Raum dürfe in der Diskussion um Künstliche Intelligenz nicht vergessen werden. Er erwarte von den Forschenden konkrete Ergebnisse, die praktisch umsetzbar seien. Gastredner Léonard Hyfing griff diesen Gedanken auf und stellte ein KI-Ökosystem für die ländliche Region Uelzen vor. Am Beispiel der Landwirtschaft zeigte er zudem, wie KI so eingesetzt werden kann, dass technologische Innovation den Menschen und der regionalen Wirtschaft zugutekommt. Hyfing ist selbst Landwirt und Vorsitzender des Kreisverbandes Uelzen im Bauernverband Nordostniedersachsen (BVNON). Suderburgs Bürgermeisterin Dagmar Hillmer unterstrich die Bedeutung der digitalen Transformation für kleinere Kommunen und ländliche Regionen. Gerade Suderburg mit der Ostfalia Hochschule leiste einen wertvollen Beitrag zur Integration der Region. Launer bedankte sich auch nochmals für die erste Keynote Speech (Rede) Ihres Ehemanns Jörg Hillmer, Mitglied des Landtages Niedersachsen, 2019 min Suderburg.
Joachim Delekat, Mitglied des Uelzener Stadtrates, Dozent und Projektmanager am Institut für gemeinnützige Dienstleistungen, übertrug Smart City Ansätze auf den ländlichen Raum und machte deutlich, dass diese nicht einfach übernommen, sondern an die besonderen Strukturen und Herausforderungen ländlicher Regionen angepasst werden müssen. Nicole Zasendorf-Kinder betonte in Ihrer Rede, das im Zeitalter von KI der Mensch mehr in den Mittelpunkt rücken muss. In Ihrem MyYoga Studio in Uelzen spezialisiert sie sich mit Ihrem Ehemann auf das Iyengar Yoga, bei dem auch körperliche Probleme mitbehandelt werden..
Auch Bildung und Qualifizierung im Bereich KI bildeten einen Schwerpunkt. OStD Stefan Nowatschin, Leiter der BBS I Uelzen und der globalen Exzellenzinitiative in beruflicher Bildung, betonte die Notwendigkeit, berufliche KI-insbesondere zu Anwendungen in der Nachhaltigkeit weiter zu entwickeln. Berufliche Bildung im Bereich KI bilde zudem eine wichtige Grundlage für ein wettbewerbsfähiges Europa. OStR Frank Nierath, Lehrer an der BBS1 und Projektmanager am Institut, verwies darauf, dass die KI-Kompetenzen der Lehrkräfte mit der schnellen technologischen Entwicklung Schritt halten müssten. Er stellte ein Konzept zur Integration von KI in Lehre und Beruf vor. Prof. Burcu Tosun von der Atilim University in der Türkei präsentierte dazu ein Rahmenkonzept für KI-Bildung im ländlichen Raum. Sie ist neben Ihrer Professur auch Leiterin des Berufsschulganges E-Business und Marketing. Sie stellte zudem die neusten Forschungsergebnisse zu KI und Management zusammen mit Prof. Launer vor.
Prof. Fatih Çetin von der Başkent University in der Türkei präsentierte online aktuelle Ergebnisse aus der gemeinsamen Forschungsarbeit mit Launer. Darüber hinaus stellte er einen neuen Forschungsansatz zur Mensch Maschine Interaktion vor, den beide gemeinsam mit IT-Spezialisten aus China und den USA weiterentwickeln wollen. Prof. Martina Peuser von der Leibniz Universität Hannover stellte ein Managementkonzept für ländliche Regionen vor, das auf aktuellen Theorien des agilen und KI-basierten Managements aufbaut. Prof. Daria Suprun von der National University of Life and Environmental Sciences of Ukraine in Kiew präsentierte Ansätze für den Einsatz von KI im sozialen Bereich. KI müsse den Menschen helfen und einen Beitrag zur Bewältigung des Pflegenotstands leisten.
Dr. Natsuko Uchida von der Ferris University in Japan zeigte Perspektiven der Robotik für ländliche Regionen. Sie erläuterte aktuelle Entwicklungen der japanischen Industrierobotik und deren mögliche Bedeutung für ländliche Räume. Dr. Youssef El Archi von der Souissi Mohammed V University aus Marokko erläuterte am Beispiel von Smart Tourism, wie KI zu einer nachhaltigeren Entwicklung des Tourismus und zur Reduktion von CO2 beitragen kann.
Die Uelzener CoSiM Konferenz wurde von zwei renommierten Ehrenvorsitzende begleitet. Prof. Joanna Paliszkiewicz von der Warsaw University of Life Sciences in Polen ermutigte die Beteiligten, Künstliche Intelligenz als Schrittmachertechnologie zu begreifen. Europa dürfe bei dieser technologischen Entwicklung gegenüber China und den USA nicht zurückfallen. Prof. Cihan Cobanoglu, Provost der Virscend University in Kalifornien, USA, richtete den Blick auf neue Formen der Bildung. Er zeigte, wie KI und Managementwissen heute ortsunabhängig und asynchron erworben werden können. Moderne Lernangebote und internationales Wissen seien damit auch aus ländlichen Regionen heraus zugänglich. Cobanoglu lud Interessierte dazu ein, diese Möglichkeiten bis hin zu einem online absolvierbaren Masterstudium in den USA zu nutzen.
Ostfalia Student und Jungunternehmer Janith Lemmermann stellte abschließend das gemeinsam mit Prof. Launer entstehende Buchprojekt Künstliche Intelligenz im ländlichen Raum am Beispiel Uelzen vor. Unternehmen, Institutionen und weitere Akteure aus der Region sind eingeladen, ihre Erfahrungen und Projekte zur Transformation des ländlichen Raums einzubringen. Die Beiträge der Konferenz sowie die Kolumne von Prof. Launer und die dazugehörigen Gastbeiträge sollen in diesem Buch veröffentlicht werden. Hyfing betonte die Bedeutung des Buches und des Ansatzes No one left behind. Niemand solle bei der Entwicklung und Nutzung von KI zurückgelassen werden.
Das Seminar vor Ort in Uelzen mündete nahtlos in die weltweite Onlinekonferenz, die von Prof. Launer gemeinsam mit Dr. Inam Ullah Khan aus Pakistan organisiert wurde, der inzwischen in Schweden forscht. Bis Samstag präsentieren 4 Tage lang über 70 Forscher und Forscherinnen Ihre Forschungsergebnisse online. Geladen sind Spezialisten / innen zu den Themen Künstliche Intelligenz, KI-Agenten, Cyber Security und Drohnen. Aus den Beiträgen entsteht ein Scopus indexiertes Buch zu KI, KI-Agenten, Cyber Security und Drohnen. Am Donnertag besucht Prof. Launer zudem mit der Delegation die SRH Hochschule in Berlin. Dort empfängt sie Prof. Reiner Creutzburg. Gemeinsam soll das Thema KI und die neuesten Entwicklungen in Großstädten vertieft werden.
Als gemeinsames Ergebnis zeichnete sich ab, dass der ländliche Raum keine Kopie der KI-Strategien großer Städte benötigt. Er braucht eigene Konzepte, die Wirtschaft, Landwirtschaft, Verwaltung, Bildung und soziale Dienste miteinander verbinden. Gleichzeitig müssen Wissen und internationale Forschung stärker für ländliche Regionen geöffnet werden, damit diese beim gegenwärtigen technologischen Paradigmenwechsel nicht zurückbleiben.
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