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JVA Uelzen: Väter lesen für ihre Kinder

  • Subtitle: Uelzen

Uelzen. Bald ist es wieder so weit: In der festlich geschmückten Wohnung duftet es nach frisch gebackenen Plätzchen, Duftkerzen und weihnachtlichem Tee. Zu den Klängen vertrauter Weihnachtslieder werden die letzten Geschenke verpackt und der Weihnachtsbaum aufgestellt. Die Vorfreude auf das bevorstehende Fest lässt Kinderaugen strahlen. So stellen wir uns die Adventszeit vor – eine Zeit voller Wärme, Geborgenheit und gemeinsamer Momente.

Doch für Kinder, deren Elternteil inhaftiert ist, sieht die Vorweihnachtszeit oft anders aus. Ihr größter Weihnachtswunsch ist es sicherlich, den Vater an den Festtagen bei sich zu haben.

Einige der in der JVA Uelzen inhaftierten Väter werden ihren Kindern trotz der räumlichen Trennung an Weihnachten ganz nah sein – zumindest mit ihrer Stimme.

Möglich macht dies die Aktion der JVA-Seelsorge „Väter lesen für ihre Kinder“. Inhaftierte Väter können sich dafür anmelden, um Weihnachtsgeschichten und Märchen vorzulesen oder persönliche Grüße für ihre Kinder aufzunehmen. Unterstützt werden sie dabei vom engagierten Radiojournalisten Carsten Schlüter (@radiozusa), der die Aufnahmen erstellt und auf CD brennt.

Seit über 10 Jahren gibt es dieses besondere Projekt. Sein Ziel: eine Brücke zwischen inhaftierten Vätern und ihren Kindern zu bauen – über die Gefängnismauern hinweg und mitten hinein in die Herzen der Familien.

Sozialarbeiter der JVA Uelzen begleiten das Projekt. „Die Väter sind mit so viel Liebe dabei, vom Auswählen der Inhalte bis zum Vorbereiten der Texte.“

Aktuell können sich interessierte Inhaftierte noch für das Projekt anmelden. Die Aufnahmen werden am 20.11.26 gefertigt werden, so dass die fertigen Aufnahmen Mitte Dezember weihnachtlich verpackt werden können.

Dass oft nur wenige Väter das Angebot nutzen, ist nachvollziehbar. Viele trauten sich möglicherweise nicht. Schuldgefühle, Unsicherheit und die eigenen Emotionen könnten eine Hürde sein – gerade dann, wenn es darum gehe, den eigenen Kindern etwas Persönliches mit auf den Weg zu geben. Diejenigen, die sich dennoch darauf einlassen, sind mit großer Begeisterung dabei und dankbar für die Gelegenheit.

Seitens der JVA-Mitarbeiter heißt es: „Manchmal braucht es gar keine Umarmung, um Nähe zu schenken. Manchmal reichen eine vertraute Stimme, eine liebevoll vorgelesene Geschichte und ein paar persönliche Worte. Auf diesem Wege können die Väter mit Worten über die Mauer springen und ihren Kindern etwas ganz Besonderes schenken!“

Foto: JVA Uelzen