Gerade eben im Rat der Hansestadt Uelzen: Grünes Licht für die innerstädtischen Zukunftsprojekte Taterhof und Altes Kreishaus
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Von Michael Michalzik
Uelzen. Was für ein Sprung für Uelzens innerstädtische Entwicklung: Der Rat der Hansestadt hat soeben in seiner Sitzung einstimmig die notwendigen Änderungen des Flächennutzungsplans beschlossen - damit können die Investoren in die wichtigen Bauprojekte Taterhof (früheres Polizeigelände) sowie Altes Kreishaus einsteigen. Entstehen soll vor allem Wohnraum.
Klaus Knust, Gruppenvorsitzender SPD-Grüne: „Wichtige Angelegenheiten für die Stadtentwicklung kommen jetzt in Bewegung.“ Allerdings müsse der Fokus auf bezahlbarem Wohnen liegen, vielleicht sogar auf Sozialwohnungen, nicht nur für die Besserverdienenden. Stefan Hüdepohl, CDU-Fraktionsvorsitzender: „Es ist wichtig, dass wir jetzt in die Puschen kommen. Doch am Ende ist es dem Investor überlassen, so zu bauen, wie er es für richtig hält. Wir brauchen die beiden Projekte für die Stadtentwicklung.“
Mit der eben erfolgten Zustimmung sind die erforderlichen baurechtlichen Grundlagen geschaffen worden, die bedeutenden Zukunftsprojekt im Westen und im Osten der Innenstadt voranzutreiben. An der Veerßer Straße soll das frühere Kreishaus revitalisiert werden, um Platz für Wohnen, Dienstleistungen und Gastronomie zu schaffen. Die Gesamtfläche ist 1,3 Hektar groß.
Auf dem alten Polizeigelände am Taterhof soll Wohnraum geschaffen werden, die Gesamtfläche hat eine Größe von 1,4 Hektar. Die eigens gegründete Ilmenau-Wiesen GmbH&Co KG will auf dem inzwischen planierten einstigen Polizei-Areal in der Lüneburger Straße 44 einen modernen Wohnungskomplex errichten. Dreistöckig, mit Wohnungen zwischen 45 und 75 Quadratmetern Größe, einige auch etwas größer dimensioniert. Teils zur Miete, teils als Eigentum.
Besonders aufgewertet werden zwei denkmalgeschützte Gebäude in direkter Nähe: Das Peter-Struck-Haus der SPD sowie das alte Gartenhäuschen aus dem Jahr 1800 in der Lüneburger Straße 46 werden durch das neue Ensemble besonders betont und in Szene gesetzt. Das Gartenhaus soll sogar einen kleinen Park bekommen. Insgesamt wird es viel Grün in der Lüneburger Straße 44 geben – über der Tiefgarage soll eine Grünanlage mit Spielplatz entstehen. Die schönen, alten Bäume auf dem Areal bleiben erhalten.
Das alte Kreishaus wird nicht abgerissen, um einem Neubau zu weichen, sondern soll im Kern bestehen bleiben und weiter genutzt werden. So wird das alte, aus den 1950ern stammende Uelzener Kreishaus nach den Plänen der Investorengruppe Hentschke/Thieme in den Grundzügen erhalten bleiben - minus nicht mehr zeitgemäßer Attribute. Begrünte sowie mit Photovoltaik ausgestattete Flachdächer sollen die alten Schrägdächer ersetzen. Eine moderne Fassade aus nachwachsenden Rohstoffen wertet Optik und Dämmung auf.
Der versiegelte Innenhof hat endgültig ausgedient: Dort soll eine Grünfläche, die in Richtung Ilmenau offen ist, als Ort der Begegnung dienen. Das alles soll den Rahmen für Wohnungen, Büros, Dienstleistungs- und gastronomische Betriebe bieten. Von bis zu 120 Wohnungen ist die Rede, selbstverständlich so barrierefrei wie möglich. Die neu angesiedelten Dienstleister sollen bis zu 30 neue Arbeitsplätze schaffen können. Unter anderem ist ein saisonales Bistro auf einem „grünen Strand“ entlang der Ilmenau geplant.
Grafik: Investorengruppe Hentschke/Thieme