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Knotenpunkt Bernhard-Nigebur-Straße/Lindenstraße: Rat beschließt Vorrang für den Radverkehr

  • Subtitle: Uelzen

Uelzen. Dass Uelzen ein Radwegekonzept braucht, darüber war sich der Rat der Hansestadt bereits 2016 einig. Seit Jahren ist auch eine Radvorrangroute beschlossene Sache. Bis vor kurzem ging es nur noch um einen Knackpunkt: Sollen Radfahrer auf der Route aus und in Richtung Oldenstadt auf der Kreuzung Bernhard-Nigebur-Straße/Lindenstraße warten - oder soll der Kraftverkehr auf dem Ostring ein Stoppschild vorgesetzt bekommen?

Eine Frage, die auch innerhalb der Stadtverwaltung intensiv diskutiert wurde. Am Montag vergangener Woche war man sich seitens der Politik im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss endlich einig: Vorrang für die Radfahrroute beim Kreuzen der Bernhard-Nigebur-Straße. Ein offensichtlicher zusätzlicher Vorteil: Auf dem Ostring, auf dem Autofahrer nicht selten mit Tempo 70 und mehr gemessen werden, wird an dieser Stelle künftig das Tempo rausgenommen. 

Dass dann dennoch während der gestrigen Sitzung des Rats der Hansestadt plötzlich wieder ein dermaßen großer Redebedarf herrschte, überraschte sowohl Bürgermeister Jürgen Markwardt als auch den Ratsvorsitzenden Uwe Holst, der am Ende der einmal mehr emotionalen und grundsätzlich geführten Debatte festhielt: „Ich hätte nicht gedacht, dass man dieses Thema so aufblähen könnte.“

20 zu 19 hieß es gestern schließlich mit der Ein-Stimmen-Mehrheit der Gruppe Bündnis 90/Die Grünen: Die Radvorrangroute am Knotenpunkt Bernhard-Nigebur-Straße/Lindenstraße ist künftig bevorrechtigt. Damit wird diese zwischen Oldenstadt und Innenstadt durchgängig geführt.

Grundlage ist die sogenannte Variante B. Sie sieht vor, der Radvorrangroute über den Knotenpunkt hinweg Vorrang einzuräumen. Die verkehrliche Untersuchung des Verkehrsplanungsbüros LK Argus zeigt, dass bei Umsetzung begleitender Maßnahmen keine unvertretbaren Rückstaus auf der Bernhard-Nigebur-Straße zu erwarten sind.

Der Vorrang des Radverkehrs am Knotenpunkt wird künftig mit dem Verkehrszeichen „Vorfahrt gewähren“ in der Bernhard-Nigebur-Straße geregelt. Der bestehende Fußgängerüberweg in der Lindenstraße bleibt erhalten. Bei der Umgestaltung des Knotenpunkts werden aktuelle Ergebnisse eines beauftragten Sicherheitsaudits berücksichtigt: Der Tempo-30-Bereich wird ausgeweitet. Stadteinwärts gilt Tempo 30 vom Fußgängerüberweg Birkenallee bis zum Knotenpunkt, in Gegenrichtung ab der Kreuzung Meierstraße. So entsteht eine sichere Verbindung zwischen Oldenstadt und Innenstadt, die auch als wichtige Schulwegroute zum Lessing-Gymnasium und zur Apollonia dient.

Darüber hinaus sieht die Planung bauliche Anpassungen an der Bernhard-Nigebur-Straße vor. Vorgesehen ist unter anderem eine leichte Verschwenkung der Fahrbahn im Bereich des Knotenpunkts. Die Straße verläuft dort künftig nicht mehr geradlinig. Ziel ist, die Streckencharakteristik zu verändern und den optischen Eindruck einer durchgängigen Vorfahrtstraße zu vermeiden. Wer auf eine leichte Kurve zufährt, reduziert in der Regel die Geschwindigkeit und nähert sich einer Kreuzung aufmerksamer. So wird die neue Vorfahrtssituation deutlicher wahrgenommen.

Diese weitergehenden baulichen Maßnahmen erfordern eine detaillierte Höhen- und Ausführungsplanung. Deshalb soll die Umgestaltung des Knotenpunkts im zweiten Bauabschnitt im kommenden Jahr umgesetzt werden. In diesem Zuge sollen auch Fördermittel geprüft werden. Der Eigenanteil der Hansestadt Uelzen kann dadurch unter den bislang angenommenen 55.000 Euro liegen.

Die Arbeiten für die Radvorrangroute sind bereits gestartet. Die Straße Ilmenauufer wird grundhaft erneuert. Im Bereich Lange Brücke/Brückenstraße entsteht ein Mini-Kreisverkehr, der den aus verschiedenen Richtungen kommenden Radverkehr gleichberechtigt, sicher und unterbrechungsfrei ordnet. Der rutschige Klinkerbelag der Brückenstraße weicht Asphalt. Die Ripdorfer Straße wird Einbahnstraße in Richtung Süden. Zwischen Ilmenauufer und Lindenstraße erhält die Strecke eine rote Asphaltierung mit Vorrang für den Radverkehr. Poller auf Höhe des Friedhofs unterbinden den Kfz-Durchgangsverkehr. An allen Knotenpunkten wird der Vorrang des Radverkehrs baulich unterstützt und hervorgehoben. Diese Maßnahmen des ersten Bauabschnittes werden bis zum Sommer 2026 umgesetzt.

Foto: Michalzik