Flüsterbrunnen: In Uelzen erzählt ein Wasserspiel Geschichten - Klanginstallation soll Aufenthaltsqualität in der Innenstadt stärken
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Uelzen. Am Sonntag, 26. April, 14 Uhr, wird in Uelzen ein besonderes Kunst- und Erlebnisprojekt eröffnet: Der Flüsterbrunnen am Schnellenmarkt geht offiziell in Betrieb. Die Hansestadt lädt zur Einweihung ein – sie ist eingebettet in den verkaufsoffenen Sonntag. „Der Brunnen stärkt das Schnellenmarkt-Quartier als Aufenthaltsort und setzt einen neuen Impuls für die Innenstadt“, freut sich Bürgermeister Jürgen Markwardt.
Die Besonderheit: Der Flüsterbrunnen reagiert auf seine Besuchende. Wer sich setzt, bringt das Wasser zum Stillstand. Stattdessen beginnt der Brunnen zu sprechen. Er erzählt 100 kurze Wassergeschichten aus seiner eigenen Perspektive. So entsteht ein Moment der Ruhe im Alltag. „Aus Bewegung wird Aufenthalt“, sagt Alexander Hass, Leiter des Eigenbetriebs Kultur, Tourismus und Stadtmarketing.
Die Texte der Wassergeschichten stammen von Jana Schröder, Anja Krämer und Christopher Thiele aus Uelzen. Gesprochen werden sie von Christian Steyer, bekannt als markante Stimme aus der MDR-Sendung „Elefant, Tiger & Co.“. Am Abend wechselt die Anlage in einen Nachtmodus und schaltet die Geschichten per Bluetooth frei für den eigenen Kopfhörer oder das Smartphone.
Der Brunnen ist ein 1980 errichtetes Kunstwerk des Bildhauers Georg Münchbach. Zur Eröffnung wird Falk Münchbach, Sohn des verstorbenen Künstlers, dabei sein. Für die neue Nutzung wurde die marode Technik, Wasser- und Stromversorgung vollständig erneuert. Weitere Einbauten starten in dieser Woche. Die technische Umsetzung übernahm das Berliner Unternehmen „Rotes Pferd“, das auf Installationen im öffentlichen Raum spezialisiert ist. Auch die Betrieblichen Dienste der Hansestadt unterstützten bei der Gestaltung rund um den Brunnen.
„Von Anfang an war vorgesehen, nicht nur ein Kunstobjekt zu schaffen, sondern einen Ort, der Menschen zum Verweilen einlädt und die Innenstadt nachhaltig stärkt“, erklärt Hass. Der Flüsterbrunnen ist Teil der Entwicklung des Schnellenmarkt-Quartiers zu einem Kunst- und Kulturort. In den vergangenen Jahren wurden dort Gastronomiebetriebe angesiedelt, Leerstände reduziert und neue kulturelle Angebote geschaffen. „Der Brunnen ergänzt diesen Prozess um ein außergewöhnliches, interaktives Element“, so Hass.
Das Projekt ist Bestandteil des Bundesförderprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren (ZIZ)“, das die Grundlage für diese Entwicklung geschaffen hat. Die erfolgreiche Transformation des Quartiers wird mit dem Folgeprogramm „Zukunftsräume Niedersachsen“ weitergeführt, um die begonnenen Maßnahmen langfristig zu sichern und auszubauen.
Foto, KI generiert: KTS Uelzen