Nordzucker will Biogasanlage bei Molzen bauen
- Subtitle: Molzen
Von Michael Michalzik Molzen. Ist das der erste Baustein zur Realisierung des seit vielen Jahren diskutierten Gewerbegebiets Hafen Ost? Nordzucker will seine Werke frei von der Nutzung fossiler Brennstoffe machen. Auch der Standort Uelzen soll auf erneuerbare Energien umgestellt werden - bei Molzen soll deshalb eine Biogasanlage entstehen, die 2030 in Betrieb genommen werden soll.
Werkleiter Julian Kulenkampff, Projektleiter Dr. Ludwig Munzel sowie Dr. René Casaretto von der Niersberger Umwelttechnik und Engineering GmbH stellten heute bei einem Pressegespräch im Werk Uelzen erste Details vor.
So hat die Nordzucker AG einen weiter steigenden Bedarf an nachhaltig erzeugtem Zucker erkannt und bekennt sich als Unternehmen zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, wie ihn die Bundesregierung vorgibt.
Westlich von Molzen, am Rand des geplanten Gewerbegebiets Hafen Ost, hat sich Nordzucker deshalb ein 14 Hektar großes Areal gesichert. Dort soll eine Biogasanlage entstehen, die mit den herkömmlichen Anlagen landwirtschaftlicher Betriebe eigentlich nur den Namen gemein hat: Geplant ist eine Industrie-Anlage, die einen Teil der Rübenpresschnitzel verwertet, die im 3,3 Kilometer Luftlinie entfernten Werk während der 140-tägigen, jährlichen Kampagne anfallen. Transportiert werden sollen die Schnitzel per LKW über eine Zuwegung, deren Verlauf noch nicht feststeht.
Die geplante Biogasanlage soll gemeinsam mit der geplanten Abschaffung der Hochtemperaturtrockner am Standort Uelzen 35.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr einsparen. Und mehr noch: Während ein Teil des Biogases direkt per neu zu bauender Leitung über den Elbe-Seitenkanal in die Fabrik für die Produktion fließen soll, soll der Rest so hochwertig aufbereitet werden, dass er als Bioethanol-Gas ins Gasnetz werden kann.
Bis es aber soweit ist, ist der übliche Verwaltungsgang zu berücksichtigen: Am Montag, 20. April, befasst sich der Ortsrat Masendorf /Molzen/Riestedt (19 Uhr, Gemeindehaus SELK) unter dem Tagesordnungspunkt „Aufstellungsbeschluss für die 32. Änderung des Flächennutzungsplans 2000 der Stadt Uelzen ‚Sondergebiet Erneuerbare Energien Molzen‘ mit dem Thema.
Am Montag, 4. Mai, (18.30 Uhr, Ratssaal) hat der Rat der Hansestadt Uelzen das Thema auf der Tagesordnung. Auch eine öffentliche Auslegung der Pläne soll erfolgen.
Nordzucker ist es nach eigenem Bekunden wichtig, die Öffentlichkeit früh und umfassend zu informieren. Für heute Abend wünscht man sich eine gute Diskussion in Molzen.
Fotos: Michalzik