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Mangelnde Unterrichtsversorgung am LEG: Hillmer fordert "Unterstützung statt Nebelkerzen"

  • Subtitle: Uelzen

Hannover/Uelzen. „Die Situation am Lessing-Gymnasium Uelzen zeigt deutlich, wie sehr das niedersächsische Kultusministerium Schulen bei mangelnder Unterrichtsversorgung im Stich lässt“, ist Landtagsabgeordneter Jörg Hillmer empört und fordert konsequente Unterstützung. In offiziellen Darstellungen des Ministeriums zur Unterrichtsversorgung sind die Schulformen wie hier die Gymnasien landesweit und nach Landkreisen zusammengefasst. Er hatte zu den konkreten Werten in einer schriftlichen Anfrage nachgehakt.

In der Stellungnahme des Kultusministeriums heißt es wörtlich: „Die Landesregierung plant keine Maßnahmen zur Erhöhung der Lehrkräfteversorgung speziell an den beiden Gymnasien in Uelzen. Mit Blick auf das Schuljahr 2026/27 stellt sich die Lehrkräfteversorgung zum jetzigen Zeitpunkt insgesamt als auskömmlich dar.“ Als Unterrichtsversorgung sind darin für das Herzog-Ernst-Gymnasium 102,1 Prozent und für das Lessing-Gymnasium 93,5 Prozent und damit eine Fehlzeit von 99 Stunden angegeben.

„Die Dreistigkeit, mit der das Ministerium die Verantwortung wegschiebt, macht mich fassungslos“, so Hillmer. „Anstatt zu helfen, erklärt das Kultusministerium die Fehlstunden zur „Aufgabe der Schulen, die durch ein Vertretungskonzept zu kompensieren sind, Lehrkräfte vor Ort vorübergehende Mehrarbeit zu leisten haben oder Stunden umgeschichtet werden sollen. Das Ministerium betreibt Mangelverwaltung auf dem Rücken der ohnehin überlasteten Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler.“

Vom Kultusministerium heißt es weiter, dass am Lessing-Gymnasium zum Februar „drei Einstellungsermächtigungen realisiert wurden.“ „Informationen über den Umfang dieser Einstellungen gibt es nicht, ebenso wenig, ob es Ersatz für ausscheidende Lehrkräfte oder zusätzliche Stellen sind. Und selbst drei zusätzliche Vollzeitlehrkräfte mit jeweils 24.5 Stunden reichen nicht. Auch dann bleibt die Unterrichtsversorgung unter 100 Prozent und ist damit alles andere als auskömmlich“, kritisiert Hillmer.

Das Kultusministerium räumt ein: „Die Ermittlung der rechnerischen Unterrichtsversorgung erfolgt stichtagsbezogen und stellt nicht notwendigerweise die tatsächliche Lehrkräfteversorgung während des gesamten Schuljahres oder Schulhalbjahres dar.“ Hillmer zeigt auf: „Stichtag ist Ende August, bekanntgegeben werden die Zahlen Ende Januar zum Halbjahreswechsel. Das Kultusministerium gibt sich alle Mühe, Missstände in der Unterrichtsversorgung nicht greifbar zu machen und - wie in der Stellungnahme vorgenommen - mit dem Aufzählen von generell denkbaren Maßnahmen schönzureden, die das Ministerium ausdrücklich gar nicht einsetzen will. Doch die betroffenen Schulen brauchen echte Transparenz und Hilfe statt Nebelkerzen aus dem Kultusministerium!“