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Suderburg: Samtgemeindebürgemeister-Kandidatin Melanie Lehsten stellt sich vor: "Mit Ehrlichkeit Vertrauen schaffen“

  • Subtitle: Suderburg

Suderburg. Frei nach dem Motto, ein Flyer ersetzt nicht den persönlichen Austausch, stellte sich die Kandidatin für das Samtgemeinde-Bürgermeisteramt im Luther's in Suderburg vor.

Am 11. August 2026 kamen rund 50 Interessierte aus unterschiedlichen Dörfern der Samtgemeinde und brachten ihre Fragen mit.

In drei Abschnitten berichtete Lehsten zunächst aus ihrem Leben in der Samtgemeinde, beruflichen Werdegang über Bohlsener Mühle nach Hamburg und mit Familie wieder zurück. So kenne sie einen Teil der Veränderungen und sehe auch Potenzial, weiter Themen vor Ort zu verbessern.

Sie kenne viele Menschen und Unternehmen in der Samtgemeinde. Dieser Abend stehe im Zeichen, mehr Vertrauen bei den Besuchern zu bekommen.

Melanie Lehsten ist über 30 Jahre Vollzeit in Industrie- & Handelsunternehmen tätig. Drei Viertel vertrieblich mit Außendienst & Messen und sonst im Einkauf von Lebensmitteln und Verpackungen.

Derzeit bei Voelkel, die international ausgerichtet sind, ist sie verantwortlich für den gesamten Süßwareneinkauf von Rüben- bis Rohrohrzucker, Honigen, Hafermehlen & Ölen; Pfandkisten, Glasflaschen und Verschlüsse gehören auch zu ihrem Bereich. Sie unterstützt den Apfel-, Kirschen-, Beereneinkauf, hält Kontakt zu den großen Bio-Verbänden und betreut noch ein regionales Apfelanbau-Projekt. Hier geht es u. A. auch um die Analyse von Fördermitteln.

Im zweiten Abschnitt schilderte Lehsten kurz und knapp, wie sie zur „aktiven Kommunalpolitik“ gekommen ist. „Wenn man hier lebt, seine Kinder in Kita & Schule gehen und die Augen auch nicht vor anderen Themen verschließt, macht man sich einen Kopf um etliche Dinge.“

Im privaten Austausch sei sie immer wieder bis zu dem Punkt gekommen, mit mehr Zeit auch aktiver zu werden zu wollen. 2021 war es dann soweit. Nach mehrmaliger Ansprache sagte Lehsten „Ja“ zum Mitmachen.

Dann aber demokratisch ausgerichtet und mit den Menschen, die sachlich Themen voran bringen wollen. Das war in Gerdau damals ein Großteil der CDU. So kamen die Listenaufstellungen und für den Samtgemeinderat konnte Lehsten dann am 01.11.2021 aktiv werden. Belegte dann 2 Ausschüsse „Wirtschaft, Verkehr, Feuerschutz, Tourismus“ & „Schule, Sport, Jugend, Soziales“.

Berichte aus dem Bau- & Wegeausschuss im SG-Rat geben weiteren Einblick in die Themenfelder. Sie ist mit den Dingen vor Ort gut vertraut und kennt schon die Hälfte der Rathaus-Beamten und Angestellten – nicht zuletzt auch über ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Schiedsperson für die gesamte Samtgemeinde.

Als drittes beschrieb Lehsten kurz, wie sie etwas kurzfristig, aber dafür um so entschlossener, alle Unterlagen alleine Dank über 60 Unterstützungsunterschriften zusammen getragen hatte und somit, seit 23.07.26 per Wahlausschuss bestätigt, offiziell zur Wahl zugelassen wurde.

Die jetzige Führungsspitze hat sie fast 5 Jahre erlebt. Der zweite Mitbewerber würde einer kompetenten Verwaltung noch ein Quäntchen Verwaltungs-"now how" geben.

Es gab viel Austausch im Freundes- & Familienkreis und Lehsten entschloss sich, ihre Wirtschaftskompetenzen plus zügiger Umsetzung, ihren guten Umgang mit Mitarbeitern und Mitbürgern, ihr bestehendes Wissen, sowie ihr weiterhin großes Interesse an einer sinnhaften verantwortungsvollen Gestaltung der Samtgemeinde Suderburg mit ihren vielseitigen Themen als Kandidatin bei der Samtgemeinde- Bürgermeisterwahl anzubieten. 

"Es sei jetzt genau der richtige Zeitpunkt", so Lehsten. Sie biete eine andere Herangehensweise an Themen, arbeite gewissenhaft, bleibe auch mal hartnäckig, aber immer höflich und kommunikativ.

Mit Ehrlichkeit Vertrauen schaffen, dass ist das Ziel des Abends gewesen.

Es konnte alles gefragt werden.

Im Anschluss wurden dann auch viele Fragen gestellt und es begann eine lebhafte Debatte um etliche Themen:

Frau Lehsten, wie stehen sie ....

...zu mehr Verkehrsverbesserung?

L: sichere und sinnige Verkehrsführung ist unabdingbar und mir ein großes Anliegen.

...zu Radwegen?

L: bin selber sehr gerne mit dem Rad unterwegs und in unserer Samtgemeinde sind noch Verbesserungen nötig.

...zur Hilfe für ältere Generationen?

L: in meinem Flyer auch erwähnt, würde ich gern sammeln, welche Anliegen unsere älteren Mitbürger haben, und dann Umsetzungen voran bringen.

...zu mehr Alltagsversorgung?

L: Eimke hat den Enso, dafür keine Ärzte. In Suderburg ist vieles vor Ort und nur einige Ortschaften werden vom Bürgerbus angefahren. In Bohlsen gibt es den Verein „BfB“ (Bohlsen für Bohlsen), der in nahezu allen Alltagsbereichen Hilfe anbietet – von Arztbesuch bis Einkaufen. Auch hier die Frage, wo drückt der Schuh?

Geht ein Thema mit Nachbarschaftshilfe zu lösen oder wie wird die Ärzteversorgung bei uns in den nächsten Jahren sein. Aufmerksam verfolgte ich den Bericht zum Bau des Ärztehauses in Rosche. Vielleicht ausreichend attraktiv, dass Suderburg dies auch umsetzen könnte.

...zu Mehrgenerationshäusern?

L: eine tolle Idee. Unterstütze ich gern.

...zu „in den Ferien fährt kein Bus!“?

L: das ist schon krass. Der Bedarf müsste ermittelt werden, so dass entweder der Landkreis doch in die Pflicht kommt, oder andere Dörfer können auch per Bürger-Bus angefahren werden.

...zu den Krippenwasserschaden? Wie hätten Sie ihn  vermieden?

L: habe selber auch zwei Häuser mit gebaut. Der erste Schritt ist schon mal, sich häufig/täglich auf der Baustelle umzusehen. Auch bei Handwerkern geht mal was schief. Frühe Erkennung ist da das A&O.  

Verdeckte Mängel sind natürlich schwer zu erkennen, aber dafür auch später immer noch reklamierbar.

...zur Fußwege-Situation für Jung & Alt (Kinderwagen & Rollator & Rollstuhl)?

L: auf jeden Fall verbesserungswürdig. 

...dazu, kirchliche und andere soziale Gruppen/Vereine zu unterstützen?

L: ohne Gruppen und Vereine gibt es nur wenig Dorfleben. Im Rahmen der Möglichkeiten bin ich sehr für unterstützende Zuwendungen.

...zur Pflege der Sportanlagen?

L: Sport ist sehr wichtig und somit setze ich mich auch dafür ein, in allen Mitgliedsgemeinden gleichermaßen die Anlagen zu pflegen und zu erhalten.

...zu den Problemen in der Verwaltung?

L: die internen Probleme sind mir nicht wirklich bekannt. Aber neben dem Kennenlernen der dortigen Mitarbeiter würde ich schauen, woher Unzufriedenheiten rühren.

Gibt es z.B. Überforderungen durch ein zu hohes Arbeitsaufkommen, dann würde ich mich im SG-Rat für weitere Stellenausschreibungen einsetzen. Aber zuerst im Gespräch den Problemen begegnen.

...zur beständigen Geldnot in der Samtgemeinde? Woher wollen sie Mittel bekommen?

L: derzeit kann man als Kommune viele thematisch vorbeschriebene Förderanträge stellen. Auf dem letzten nieders. CDU-Parteitag wurde vorgestellt, die Themen abzuschaffen und jeder Kommune Geld zur freien Verfügung zu stellen. Bis dies beschlossen wird, würde ich für uns mögliche und sinnige Förderanträge stellen.

Da sind Summen von 25.000-500.000€ möglich mit z. T. auch nur 10% Eigenanteil. Das wäre mein erster Weg. 

Es gäbe bei großer Dringlichkeit und Not auch noch die viel berichtete Möglichkeit, als Rat/Gemeinde in Hannover beim Landtag vorstellig zu werden – zumindest wurde mir davon mit Erfolg berichtet.

...zu den immer noch geringen Öffnungszeiten des Rathauses? Erweiterung möglich?

L: diese Kritik kam mir schon öfter zu Ohren. Das Rathaus ist für die Bürger da. Einer angemessenen Erweiterung stehe ich nicht im Wege. 

...dazu, dass sie nicht aus der Verwaltung kommen bzw. keine Erfahrung in „Verwaltung“ haben?

L: Kaufleute verwalten ihre Vorgänge auch und müssen sich an Gesetze halten. Da sehe ich keine Schwierigkeit. Habe mich in meinem Berufsleben immer wieder neuen Firmenstrukturen, EDV- Programmen und internen Vorgaben angepasst und eingearbeitet. Mein Interesse ist groß. Zudem sitzen im Rathaus genügend gelernte Verwaltungsfachangestellte, -wirte und  Beamte. Ich sehe da keine Probleme und wäre eher noch eine Ergänzung.

...dazu, sich in rechtlichen Dingen auskennen zu müssen?

L: während meiner beruflichen Tätigkeit bei der Bohlsener Mühle als Teamleitung Vertrieb war ich auch einige Jahre Betriebsratsvorsitzende. Dabei habe ich mich immer wieder auch mit gesetzlichen Themen auseinander gesetzt. Mir ist die Rechtssprache geläufig und verständlich.

Ich traue mir zu, die anstehenden Themen umzusetzen.

...zum Hardausee als Naherholungsgebiet?

L: eine „Perle“, die zu wenig genutzt wird. Aber besser ins rechte Licht gerückt werden sollte.

...zum häufigen Problem mit der Wasserpest?

L: ich bin kein Biologe, aber kann mir gut vorstellen, dass hier vorbeugend Maßnahmen greifen könnten. Regelmäßige Wasserproben und ein konsequenter Umgang mit dem Bewuchs wären ein Anfang.

...zu dem Wunsch, alle Dörfer mit Radwegen zu verbinden?

L: ein guter Vorschlag. Vielleicht auch mal nicht an den befahrenen Bundesstraßen, sondern eher ein sinniger Ausbau bei den Wirtschaftswegen.

...zum Vorankommen beim Radweg Bahnsen/Bargfeld? (Bisher scheitert ein Ausbau am Geldmangel vom Landkreis Uelzen. Es gibt dort einen Radwegeplan, aber da ist dieser Weg nicht Priorität.)

L: auch hier wäre zu überlegen, einen vorhandenen Wirtschaftsweg etwas auszubessern. Dann kommen wir schneller voran.

...zu Windkraftanlagen?

L: ich stehe für eine sinnige Verteilung mit genügend Abstand. Derzeit sind im Landkreis Uelzen 150 Windkrafträder in Betrieb oder gerade im Aufbau. Bis 2045 sollen 3,09% des Landes mit klimaneutraler Stromerzeugung bebaut sein. Das bedeutet für den LK Uelzen 450-500 Windkraftwerke insgesamt. Somit werden in der SG-Suderburg noch ein paar gebaut werden. Aber es sollten keine riesigen WK-Parks entstehen. Technisch ist bei den WK-Anlagen heute eine Menge möglich. Automatisches Abstellen bei Vogelanflug sowie zeitliches Abstellen, wenn der Schattenwurf zu arg wird. Jeder Landwirt freut sich, wenn eine WK-Anlage auf seinem Feld gebaut wird und die Gemeinde bekommt dann auch Geld in die kommunale Kasse.

...zur Angst, dass die versprochenen Einnahmen für die Gemeinden aus den Windkraftanlagen womöglich nicht oder nur sehr gering erfolgen?

L: dazu könnte ich nichts sagen. Das hätte ich noch nirgends gehört. Es gibt Verträge, in denen alles geregelt ist oder dann sein sollte. 

...zu Festen in den Dörfern? (2025 konnte kein Mai- Fest in Suderburg statt finden, da der aktuelle SG-Bürgermeister die Auflagen übertrieb)

L: Veranstaltungen gehören zu unserem Dorfleben und verbinden Menschen, stiften schöne Erlebnisse. Dahinter steckt viel Organisation.

Toll, dass es so ein Engagement gibt. Da sollte man über Auflagen zusammen sprechen, gucken, was sein muss und wie es sinnvoll umgesetzt werden kann.

...zur Neubelebung des Einzelhandels in Suderburg? (Wegfall der vielen kleinen Geschäfte wird sehr bedauert! – auch durch den hohen Online-Einkauf)

L: ja, dass ist schade. Die Atmosphäre fehlt dann in den Straßen. Gerne weiter Austausch hierzu mit allen Interessierten.

...zur Erweiterung von Gewerbeflächen in den Gemeinden? (Ein Zulieferer für Firma Rheinmetall hatte angefragt und ging woanders hin, weil i.d.F. in Suderburg nicht genug Platz vorhanden war; Erschließung und Baugenehmigung dauerten zu lange!)

L: Gewerbeflächen vorhalten, um diesen Fall nicht zu wiederholen und für nächste Anfragen gewappnet zu sein, dafür setze ich mich ein. Mehr Gewerbe, mehr Gewerbesteuereinnahmen für die Gemeinden. 

...zu einer Bürgerfragestunde beim Samtgemeinde-Bürgermeister –ab 17 Uhr?

L: wenn ich am 13.9.26 gewählt werde, verspreche ich, diese „Bürger-Sprechstunde“ ab November einzurichten!

Gegen 20 Uhr hatten die meisten Interessierten ihre Fragen gestellt.

Melanie Lehsten blieb noch für individuelle Gespräche vor Ort. Gegen 21.30 Uhr fuhren auch die letzten Besucher nach Hause.

Ein Abend mit vielen Themen und einem bereichenden engagierten Austausch auch innerhalb des Publikums, ganz so, wie es sich die Kandidatin, Melanie Lehsten, gewünscht hatte.

Bekanntgabe:

Es wird am 26.8.26 ab 19 Uhr im Luthers eine Podiumsdiskussion mit allen drei SG-Bürgermeister- Kandidaten geben.

Foto: privat