Zum Hauptinhalt springen

Raritäten aus der Sammlung: Museumsdorf Hösseringen eröffnet Saison

  • Subtitle: Suderburg

Suderburg. „Wir haben in unserer Sammlung ganz besondere Maschinen, die leider nur sehr selten gezeigt werden können. Diese Schätze möchten wir in unserer neuen Sonderausstellung präsentieren.“ Björn Thomann, stellvertretender Leiter des Museumsdorfes Hösseringen, weist in die große Ausstellungshalle. Hier mischt sich der Duft nach Öl und Motoren mit fröhlichem Stimmengewirr, dass aus dem Außengelände herüberschallt.

Es ist Saisonstart und viele Besuchende nutzen den zwar frühlingshaften, aber doch noch recht frischen Sonntag für einen ersten Besuch im Museumsdorf Hösseringen. Ein Blick in die neue Ausstellung gehört natürlich dazu und insbesondere Technikfans kommen hier auf ihre Kosten. „Der rote Faden sind die 1950er Jahre, in denen die Motorisierung in der Landwirtschaft volle Fahrt aufnimmt. Nach ersten Ansätzen in den 1930er Jahren, die im Krieg zum Erliegen kamen, gab es 1950 bereits 50 Firmen, die Schlepper herstellten. Die Motorisierung brachte zahlreiche Innovationen mit sich und man experimentierte wie nie zuvor. Manche Ideen wurden auch wieder verworfen“, gibt Thomann einen Einblick in die Geschichte.

Ein Großteil der Ausstellung wurde von ehrenamtlichen Helfern konzipiert und aufgebaut. „Wir hätten es sonst gar nicht geschafft“, so Thomann, der den Eröffnungstag für ein dickes Dankeschön an Heinrich Wortmann und seine Söhne Julius und Johannes, Stefan Borchert, Uli Weißhaupt, Hans-Dieter Schulze und Peter Popp nutzte. Sie haben geschraubt und geputzt, ausgewählt und recherchiert und den Transport der Maschinen übernommen. Die Firma Scheidel in Holxen stellte kostenlos einen Tieflader zur Verfügung. Und so schafften es Raritäten wie der Fahr GT 130 Gerätetrak von 1956 in die Ausstellung – eine absolute Rarität. Weil das Fahrzeug unhandlich und leistungsschwach war, wurden nur 14 Stück gebaut. Oder der Nordtrak Stier von 1955, eine starke Maschine mit permanentem Allradantrieb, die ihrer Zeit weit voraus war. Aber sie war sehr teuer, weshalb insgesamt nur rund 90 Stück hergestellt wurden. Auch dieses Ausstellungsstück ist eine große Seltenheit.

„Ich finde es wichtig, diese Maschinen zu erhalten und zu pflegen. Sie sind Teil unserer Geschichte“, fasst Peter Popp sein Engagement zusammen. Er ist zwar neu im Ehrenamtsteam, in Hösseringen aber trotzdem gut bekannt. Stellte er doch früher selbstbei den Oldtimer-Treffen aus. Die jüngsten in der Truppe sind Julius und Johannes Wortmann, die die Liebe zur Technik vom Opa gelernt haben. Auch dank ihres Einsatzes sind fast alle gezeigten Maschinen arbeitsfähig. Und während drinnen gefachsimpelt wird, freuen sich die zahlreichen Besuchenden über die Sonne, die sich nun doch noch herauswagt. Karl-Heinz Buchholz möchte die Schauplätze von „Schwarzes Gold“ erkunden und Lars Eger aus Ummern interessiert sich für das Leben der Menschen in der Vergangenheit. Töchterchen Liselotte findet den Spielplatz toll und Gästeführerin Verena Görke führt eine interessierte Gruppe durch die Welt der Technik.

Es ist ein entspannter erster Saisontag, der Lust auf mehr macht. Wer Geschichte hautnah erleben und zugleich die faszinierende Vielfalt landwirtschaftlicher Maschinen entdecken möchte, ist herzlich zu einem Besuch in Hösseringen eingeladen. Die Sonderausstellung „Moderner geht’s nicht.“ bereichert ab sofort das Programm des Museumsdorfes – und ist noch bis zum 31. Oktober 2027 zu sehen.  

Foto: