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Tatvorwurf: Mord - Prozess um tödliche Messer-Attacke auf dem Herzogenplatz beginnt

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Uelzen/Lüneburg. Eine sinnlose und grausame Tat, die Anfang des Jahres bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte (UEN berichteten: https://www.uelzener-nachrichten.com/blaulicht/9290-totschlag-am-herzogenplatz-26-jaehriger-rammt-kontrahenten-messer-in-den-ruecken-opfer-stirbt-im-klinikum): Ein Mann (30) geht an einem Januarabend über den Herzogenplatz - vorbei an einem 26-Jährigen. Dieser zieht plötzlich ein Messer und sticht dem anderem unvermittelt in den Rücken. Der 30-Jährige wird durch einen einzelnen Stich in Lunge und Aorta getroffen. Die Verletzung ist so schwer, dass er kurz darauf im Klinikum verstirbt.

Was genau in dieser Nacht passiert ist, soll ab der kommenden Woche am Landgericht Lüneburg geklärt werden. Dort kommt die 4. große Strafkammer als Schwurgericht zusammen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem inzwischen 27 Jahre alten Beschuldigten vor, aus Fremdenhass zugestochen zu haben. Denn das Opfer war algerischer Staatsbürger. Die Anklage lautet auf Mord.

Die Bluttat hatte auch online für intensive Diskussionen gesorgt. So hatte es einen anonymen Post gegeben, laut dem das Opfer auf dem Weg in die Moschee gewesen sei und Gebetskleidung getragen habe - ein Hinweis auf einen fremdenfeindlichen Tathintergrund. Denn der Angeklagte soll bereits zuvor auffällig geworden sein, unter anderem zwei Kinder mit Migrationshintergrund mit einer Axt bedroht haben.

Das Opfer war ein bekannter Vereinsfußballer, mehrere Vereine bekundeten ihre Trauer online und mit Schweigeminuten.

Der Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft.

Die Kammer hat zwei Sachverständige hinzugezogen und zum ersten Verhandlungstag acht Zeugen geladen. Fortsetzungstermine sind bestimmt auf den 18.6., 13 Uhr, 23.06., 24.06., 30.06., 02.07.2026 jeweils 9.30 Uhr in Saal 21.

Foto: Michalzik