Fake in den Sozialen Medien: Vermeintlicher „Ebstorfer Kindesentführer“ war nur ein Vater, der sein Kind gesucht hat
Ebstorf. Die Uelzener Nachrichten hatten beim ersten Blick darauf verzichtet, den Post in den Sozialen Medien zu teilen. Jetzt stellt die Polizei klar: Die Meldung von dem „Mann, der gerade versucht hat, ein zwei Jahre altes Kind in Ebstorf zu entführen“ ist fake. Vielmehr handelt es sich um einen Vater, der lediglich sein Kind auf einem Spielplatz im Klosterflecken gesucht hatte. Seit dem Wochenende geisterte der Post durch diverse Foren, ein Foto zeigte einen Mann auf einem Fahrrad, der damit unter schlimmen Verdacht geraten war. Für die Ersteller des Beitrags könnte die Sache Folgen haben: „Die Polizei prüft strafrechtliche Möglichkeiten“, so Polizeisprecher Kai Richter.
Soziale Netzwerke bieten immer wieder den perfekten Raum für (gewollte oder auch ungewollte) populistische Stimmungsmache, merkt die Polizei weiter an. Meldungen vom verdächtigen "weißen Lieferwagen" mit Männern, die Kinder ansprechen oder Katzen einfangen, sind fast jedem Social-Media-Nutzer schon untergekommen.
Nach derzeitigen polizeilichen Ermittlungen hatten Facebook-/WhatsApp-Nutzerinnen von einem Spielplatz in Ebstorf das Bild eines/des angeblichen Täters gepostet und das Geschehen dramatisiert. Auf dem Bild war allerdings (noch polizeilichen Recherchen) ein Unbeteiligter zu sehen, welcher sein Kind auf dem Spielplatz gesucht hat. Der ganze Vorfall hat nicht stattgefunden.
Die Polizei prüft strafrechtliche Möglichkeiten gegen die Urheberinnen und mahnt in diesem Zusammenhang um Sensibilität beim Umgang mit Beiträgen und Informationen auch in der sozialen Welt. "Kühlen Kopf bewahren, nachdenken und nicht jeder (warnwitzige Pseudo-) Meldung teilen und weiterverbreiten!“
Symbolfoto: Adobe Stock