Verbrechen von Wichtenbeck: Motiv liegt weiter im Dunkeln - Beschuldigter schweigt beharrlich
Wichtenbeck. Am Abend das 25. Februar ereignete sich im 150-Einwohner-Ort-Wichtenbeck ein so grausames Verbrechen, dass es bundesweit Schlagzeilen machte (UEN berichteten: https://www.uelzener-nachrichten.com/blaulicht/9524-bluttat-in-wichtenbeck-frau-stirbt-soehne-mit-schwersten-verletzungen-vater-festgenommen): Eine Ehefrau und zweifache Mutter (46) starb im Wohngebäude eines Bauernhofs an den Folgen einer brutalen Attacke mit einem Messer als Tatwaffe, die beiden jugendlichen Söhne erlitten schwere, beziehungsweise lebensbedrohliche Verletzungen. Unter Verdacht: Der Ehemann und Vater (54), der sich am Tatort widerstandslos festnehmen ließ.
Die Tat sorgte für Fassungslosigkeit in der Gemeinde Eimke, zu der Wichtenbeck am Rand der Ellerndorfer Heide gehört: Die Familie war mit ihrem Hof in der Region bestens bekannt. Das Ehepaar sang gemeinsam im Kirchenchor. Der jetzt Beschuldigte wird als freundlich beschrieben, stets mit einem Lächeln im Gesicht und immer für einen Plausch zu haben.
Nachbarn beschrieben den Verdächtigen indes nach der Tat als „wie vollkommen ausgewechselt“. Wie ein fremder Mensch habe der 54-Jährige gewirkt, als die Polizei ihn abgeführt habe. Ein Mann aus der Nachbarschaft war zuvor schnell auf den Hof geeilt, als er auf den Streit aufmerksam wurde. Der Zeuge fixierte den 54-Jährigen, bis eine Streife eintraf.
Danach wurde pragmatisch vorgegangen: Die Katzen, Hühner, Hunde und Pferde des Hofs wurden im Ort verteilt und seitdem versorgt. Bei einem Gedenkgottesdienst wenige Tage nach der Tat wurde auch der beschuldigte Vater ausdrücklich in die Gebete eingeschlossen, in der Kirche St. Marien in Eimke erinnerte man sich daran, dass die Familie ein fester Teil der Gemeinde war.
Der von der Gerichtsmedizin freigegebene Leichnam des Opfers wurde vor kurzem zu Grabe getragen.
Doch immer mehr griff die Frage um sich: Wie konnte es zu so einer furchtbaren Bluttat kommen?
Eine Frage, die auch Polizei und Staatsanwaltschaft seit der verhängnisvollen Nacht beschäftigt. Der Beschuldigte sitzt in Untersuchungshaft und schweigt beharrlich: „ Eine Einlassung des Beschuldigten ist bislang nicht erfolgt“, fasst Wiebke Bethke, Pressesprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft Lüneburg, auf UEN-Anfrage aktuell zusammen. Entsprechend sei auch zu den Hintergründen, die zu der Tat führten, noch nichts bekannt. Die Frage nach dem „Warum“ bleibt vorerst im Raum.
Fotos: Michalzik