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Kommentar

VW-Krise in Uelzen?

 |  Landkreis

Liebe Leser,

man hört es von hiesigen Wirtschaftsfachleuten und Politikern immer häufiger in unserem Landkreis - hinter vorgehaltener Hand allerdings: "Sind wir froh, dass Volkswagen bei uns keine Rolle spielt." Noch vor ein paar Jahren hätte man sich neidvoll gern eine Scheibe beispielsweise vom Nachbarkreis Gifhorn abgeschnitten - Standort großer VW-Zulieferer und eines direkten Ablegers der Forschung und Entwicklung des Konzerns. Das war einmal. Mehr und mehr können wir jetzt stolz und glücklich sein, über einen soliden Branchenmix zu verfügen, der vor allem mit Ernährung, aber nichts mit Automotive zu tun hat. Die existenzielle Krise des Wolfsburger Autogiganten wird im schlimmsten Fall den großen Anteilseigner Land Niedersachsen empfindlich treffen. Da der Landkreis Uelzen aber keineswegs vom kommunalen Finanzausgleich des Landes profitiert, sind die zu erwartenden Einbußen auf die dann fehlende touristische Kaufkraft potenzieller Wolfsburger Gäste beschränkt. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Wer Wolfsburg kennt, kennt auch die Sprüche von VW-Mitarbeitern gegenüber Arbeitskräften aus anderen Branchen - bis dato gern als "Geringverdiener" bezeichnet. Das dürfte sich demnächst erledigt haben. Mit etwas Glück greift vielleicht BYD ein und nistet sich im Konzernhochhaus ein, um den Niedergang zu stoppen. Uns wird das indes nur marginal betreffen. Uelzen steht eben nicht nur auf einem Bein.

Ihr

Michael Michalzik