Tourismus-Ausschuss Bad Bevensen: Mehr Stellplätze und Planungssicherheit für die Heideregion
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Von Michael Michalzik
Bad Bevensen. Während der Sitzung des Tourismus-Ausschusses der Stadt Bevensen am Mittwoch ging es auch um drei Anträge, mit denen Weichen für den künftigen Fremdenverkehr in der Kurstadt gestellt werden sollen.
Die SPD fordert angesichts der hohen Nachfrage einen weiteren Wohnmobilstellplatz für Bad Bevensen. Im entsprechenden Antrag hieß es: „Der bestehende Wohnmobilstellplatz am Kurpark weist seit Jahren eine konstant hohe Nachfrage auf und stellt ein bedeutendes Element des touristischen Angebots der Stadt Bad Bevensen dar. Gäste des Wohnmobiltourismus leisten einen wichtigen Beitrag zu Übernachtungszahlen, Kurabgaben sowie zu Umsätzen in der örtlichen Gastronomie und im Einzelhandel. Angesichts des bundesweit weiter wachsenden Wohnmobiltourismus ist eine rechtzeitige Erweiterung der Stellplatzkapazitäten sinnvoll und erforderlich, um die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Kur- und Erholungsstandortes Bad Bevensen langfristig zu sichern.“
Eine vorgeschaltete Prüfung seitens der Verwaltung soll gewährleisten, dass eine spätere Entscheidung auf einer sachlich fundierten, wirtschaftlich tragfähigen und städtebaulich geordneten Grundlage erfolgt. Hannes Henze: „Wir glauben weiter an den Tourismus in Bad Bevensen.“
Dem Antrag mochte Jan Grabowski (CDU) indes nicht folgen: Die jetzigen Zahlen seien rückläufig, der Markt sei nicht unbegrenzt. Außerdem sei aktuell bereits eine Erweiterung der Wohnmobil-Kapazitäten in der Stadt geplant (15 Plätze), 65.000 Euro seien dafür bereitgestellt: „Wir sollten uns erst einmal diese Zahlen anschauen.“ Auch Jannis Walther (FDP) sprach sich gegen den Antrag aus: „Wir sollten keine weiteren Ressourcen binden.“ Die SPD brachte ihren Antrag dennoch mit Unterstützung von Bündnis 90/Die Grünen durch, eine entsprechende Empfehlung ergeht nun zur Beschlussfassung an den Rat der Stadt, der abschließend befinden wird.
Einstimmig sprach sich der Ausschuss für einen Antrag der Grünen aus, mit dem die infrastrukturellen Aufgaben der Heideregion Uelzen sichergestellt werden sollen, sollte es zu einer Fusion mit der Lüneburger Heide GmbH kommen. Denn letztere sei eine reine Marketingorganisation: Sollte die angestrebteZusammenarbeit mit der LHG beschlossen werden, müsse sichergestellt sein, dass die infrastrukturelle Arbeit, die die Heideregion Uelzen insbesondere in Bezug auf die Zertifizierung als ADFC-Radreiseregion leistet, fortgeführt wird: "Zertifizerung ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, wenn - wie im Fall von Bad Bevensen - die Naturtourist*innen als Zielgruppe erschlossen werden sollen. Die Heideregion Uelzen gehört zu den ersten zertifizierten Radreiseregionen in Deutschland. Tatsächlich gibt es bis heute nur insgesamt sieben zertifizierte Regionen, die alle vom ADFC auf seiner Homepage intensiv beworben werden. Die gemeindeübergreifende Arbeit muss an einer zentralen Stelle koordiniert werden."
Ein Antrag, dem sich auch alle anderen Fraktionen anschließen konnten, die Empfehlung erfolgte einstimmig.
Das galt allerdings nicht für einen weiteren Antrag der Grünen, mit dem eine Initiative angestoßen werden sollte, um das Ferienwohnungsangebot in Bad Bevensen sowohl quantitativ zu erhalten als auch qualitativ aufzuwerten. "Es notwendig, zunächst einmal die Anzahl der Wohnungen zu ermitteln, die über kurz oder lang aufgegeben werden sollen bzw. die nicht mehr dem Qualitätsstandard entsprechen", hatte Antragstellerin Birgit Rehse vorab erläutert: "In Gesprächen mit den Eigentümer*innen muss geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen diese bereit wären, die Wohnungen zu modernisieren und wie eine gemeinsame Vermarktung realisiert werden könnte." Die Tourismus-Expertin führte ein Beispiel aus der Praxis an: "Beispielgebend könnte die Initiative 'Kuckucksnester' im Hochschwarzwald sein, die sich seit Jahren um Ferienwohnungen kümmert, die ohne Unterstützung vom Markt verschwinden würden. Gegründet wurde ein Unternehmen, das die Wohnungen für einen festen Zeitraum übernimmt, einheitlich im Schwarzwalddesign renoviert und zentral vermarktet. Die Wohnungsinhaber*innen erhalten eine Provision und müssen sich weiter um nichts kümmern.“
Rehse sprach von einem entsprechenden Prüfauftrag an die Verwaltung.
Hans-Bernd Kaufmann (BfB) sieht die Entwicklung grundsätzlich anders: „Wenn Unternehmer ihre Wohnung vom Markt nehmen, hat das seine Gründe. Ungerechtfertigte Eingriffe ändern daran nichts. Diese Dinge regeln sich von selbst. Die Entwicklung muss dem Markt überlassen bleiben.“ Hartmut Wingert (SPD) setzte nach: „Warum gilt der Antrag nicht für Hotels? Müsste nicht das ganze Bettenpotenzial betrachtet werden?" Jan Grabowski schloss sich der Einschätzung Kaufmanns an. Und: „Da fehlt uns die Fantasie für, wer das in der Verwaltung machen soll.“
Der Antrag fand keine Empfehlung.
Foto: Michalzik