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Wirtschaft

Scherben und Trümmer: So verfällt das alte Real-Gebäude - Edeka hüllt sich wegen Übernahme-Plänen weiter in Schweigen

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Von Michael Michalzik

Uelzen. Mehr und mehr wird der 6.000 Quadratmeter große, ehemalige Real-Komplex zum Schandfleck. Denn die Zeit nagt inzwischen deutlich sichtbar an dem Gebäude im Fischerhof. Es bröckelt heftig.

Wo einst die Reinigung Ebel mehr als 30 Jahre eine Filiale hatte, lösen sich die Deckenplatten, Kabel hängen herunter. Noch schlimmer sieht es im einstigen Frisör-Salon daneben aus. Der Boden ist mit zerborstenen Gips-Platten übersäht, eine eingeschlagene Scheibe ist mit einem Holzbrett geflickt. Der einstige Einkaufsmagnet ist auf dem Weg zur Ruine - und noch immer ist kein Nachfolge-Betreiber in Sicht, seitdem im März 2024 bei Real in Uelzen die Lichter aus- und 80 Arbeitsplätze verlorengingen.

Nachdem Famila und Rewe bereits abgewunken hatten, wird der Name Edeka derzeit gerüchteweise hoch gehandelt. Aber seitens der Unternehmenskommunikation hält man sich auf UEN-Anfrage bedeckt: Es gebe nichts Neues zu verkünden. Im Februar hatte Edeka mitgeteilt, dass man sich in laufenden Gesprächen befinde.

Real - das war einst auch für die Bürger aus dem nahen Westerweyhe ein wichtiger Ort zum Einkaufen. Entsprechend erschüttert ist der dortige Ortsbürgermeister Karl-Heinz Günther über den Zustand des Gebäudes: „Die Eigentümer überlassen das Haus dem Verfall, oder wie soll man das verstehen? Wie lange will Edeka denn noch warten?“ Günther befürchtet einen herben Einbruch für die Infrastruktur in diesem Teil der Hansestadt. Denn wenn der neue Aldi in der Lüneburger Straße öffnet, schließt der Discounter seinen jetzigen Standort in der Nordallee. Wenn dann noch das frühere Real-Gebäude verloren und kein neuer Betreiber in Sicht ist, sieht es finster aus. Günther: „Jetzt ist es sicherlich noch nicht zu spät, da geht noch was. Wann denn sonst, wenn nicht jetzt?“

Fotos: Michalzik