Tödliche Messerattacke auf dem Herzogenplatz: Täter zu zehn Jahren Haft verurteilt
Lüneburg/Uelzen. Das Urteil ist gesprochen: Der 27-jährige Uelzener, der am 11. Januar dieses Jahres auf dem Herzogenplatz einen 30 Jahre alten Mann mit einem Küchenmesser erstochen hat, muss für zehn Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Lüneburg verurteilte den Täter Daniel F. wegen Totschlags. Die Staatsanwaltschaft hatte zu Beginn des Prozesses zunächst vom Tatvorwurf Mord gesprochen, war aber später davon abgerückt.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Verurteilte in der Absicht, Streit zu provozieren, am Tatabend mit einer Schneeschaufel und einem Messer am Herzogenplatz aufhielt. Als der 30 Jahre alte, algerische Staatsbürger Ayoub F. in Gebetskleidung über den Herzogenplatz ging, soll der jüngere Mann ihn provoziert haben. Im Verlauf einer körperlichen Auseinandersetzung stach Daniel F. seinem Opfer das Messer in den Rücken. Die Verletzungen waren so schwer, dass Ayoub F. kurze Zeit später im Klinikum starb.
Die in Algerien lebenden Eltern des Opfers waren als Nebenkläger aufgetreten. Deren Anwälte forderten eine Verurteilung wegen Mordes. Die Verteidigung von Daniel F. sprach von Körperverletzung mit Todesfolge. Das Gericht folgte dem beantragten Strafmaß der Staatsanwaltschaft.
Der Fall hatte bundesweit Wellen geschlagen, weil die Ermittler zunächst erklärt hatten, ein fremdenfeindlicher Hintergrund liege nicht vor. Ein anonymer Post in Onlineforen hatte allerdings ein anderes Bild gezeichnet - der beliebte Vereinsfußballer Ayoub F. habe sterben müssen, weil er als Muslim erkennbar gewesen sei. Der Täter war bereits zuvor aufgefallen, als er ausländische Kinder mit einer Axt bedroht und in einem Uelzener Döner-Imbiss fremdenfeindliche Parolen gerufen hatte.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, es kann mit der Revision angefochten werden.
Foto: Michalzik