Uelzener Brandstifter kommt vor Gericht: 28-Jähriger soll für Großfeuer im April verantwortlich sein
Uelzen. Der 11. April dieses Jahres wird Uelzen als eine Albtraum-Nacht in Erinnerung bleiben: In der Mühlenstraße tobt ein Großfeuer - mitten in der dichten Wohnbebauung. Die Einsatzkräfte retten mehrere Menschen unter dramatischen Umständen aus ihren Wohnungen. Betroffene beschreiben im Gespräch mit den Uelzener Nachrichten den Horror, den sie durchlitten, als sie sich nur um Haaresbreite aus ihren Wohnungen retten konnten, geliebte Haustiere in den Flammen zurücklassen mussten und ihr gesamtes Hab und Gut verloren.
Auch heute noch sieht man mitten in der Hansestadt die Narben des verheerenden Feuers. Wäre unsere Feuerwehr nicht so schnell und mit einem Großaufgebot von 160 Kräften gegen die Flammen vergangenen, hätte sich ein tödliches Großfeuer in der Kernstadt ausbreiten können.
Die grauenvolle Nacht liest sich in der Gerichtsvorschau des Landgerichts Lüneburg hingegen sehr nüchtern: „Das Gebäude ist unbewohnbar, der Sachschaden soll sich auf ca. 850.000 € belaufen“, heißt es. Verantwortlich sein soll ein 28-Jähriger: „Er soll ein Feuer gelegt haben, das sich auf ein bewohntes Gebäude ausgebreitet haben soll.“ Konkret soll er mitten in der Nacht einen Müllcontainer angezündet haben. Der Brand geriet in kurzer Zeit außer Kontrolle. Der mutmaßliche Brandstifter stellte sich später der Polizei.
Der Prozess beginnt am kommenden Mittwoch.
Ein normales Gerichtsverfahren wird es allerdings nicht, vielmehr handelt es sich um ein Sicherungsverfahren. Das heißt, die Staatsanwaltschaft geht bereits jetzt davon aus, dass der Beschuldigte eine „rechtswidrige Tat begangen hat, dafür aber nicht bestraft werden kann, weil er zum Tatzeitpunkt schuldunfähig oder verhandlungsunfähig war“ (§§ 413 ff. der Strafprozessordnung – StPO).
Der Beschuldigte ist aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung, die seine Einsichts- und Steuerungsfähigkeit beeinträchtigt haben soll, einstweilig untergebracht, so das Landgericht.
Die Kammer hat einen Sachverständigen hinzugezogen und zum ersten Verhandlungstermin neun Zeugen geladen. Fortsetzungstermine sind bestimmt auf den 05.11. (6 Zeugen), 12.11. (1 Zeuge), 13.11. (1 Zeuge) und 23.11.2026, jeweils um 9.30 Uhr in Saal 121.
Fotos: Feuerwehr Uelzen