Brand im Helios Klinikum: Neue Details zum dramatischen Einsatz - Staatsanwaltschaft: Ermittlungen zur Ursache dauern an
Uelzen. Immer noch arbeiten Ermittler der Polizei und ein Gutachter mit Nachdruck daran, den Grund für die Brandkatastrophe im Uelzener Helios Klinikum herauszufinden. Fünf Menschen starben, mehr als 20 Personen erlitten teils schwere Verletzungen, als am 4. Januar ein Feuer im dritten Stock eines Bettenflügels ausbrach.
Dramatische Szenen spielten sich ab, die so bedrückend waren, dass einige der mehr als 140 eingesetzten Rettungskräfte noch vor Ort von Seelsorgern betreut werden mussten: Patienten standen hilferufend auf den Fensterbrettern im dritten Stock - bereit, eher zu springen, als ein Opfer der Flammen zu werden. Eine schwere Brandschutztür in einem Flur hatte sich, wie für den Notfall vorgesehen, geschlossen, stellte aber ein Hindernis für die Atemschutzträger der Feuerwehr dar, die sich durch Flammen und Rauch zu den eingeschlossenen Patienten vorarbeiteten. Zeitgleich löschten Feuerwehrleute im Freien vom Boden aus nach oben in den dritten Stock - eher ungewöhnlich. Doch die Rettungskräfte wollten damit die bedrohten Patienten beruhigen, ihnen zeigen, dass etwas unternommen wird.
Viele Menschen konnten in dieser Nacht von Rettungskräften durch die Flure oder über zwei eingesetzte Drehleitern gerettet werden. Fest steht: Ohne den heldenhaften Einsatz der ehrenamtlichen Retter wäre alles noch viel schlimmer gekommen. Die Einsatzkräfte und die Mitarbeiter des Klinikums arbeiteten Hand in Hand. Unter anderem wurde Rettungshubschrauber Christoph 19 aus seinem Hanger am Klinikum gerollt, um dort eine Notaufnahme einzurichten, bevor die Verletzten auf andere Krankenhäuser verteilt wurden.
Drei Feuerwehrleute wurden durch Rauchgasvergiftungen verletzt.
Die Suche nach der Brandursache dauern an. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft: "Die Ermittlungen zum Gesamtablauf der Geschehnisse sind noch nicht abgeschlossen, sodass weiterhin von hier aus derzeit keine Angaben zum Hergang erfolgen."
Foto: Michalzik