Kriminalstatistik der Polizei: Aufklärungsquote im Landkreis Uelzen übersteigt 70 Prozent
Von Michael Michalzik
Uelzen/Landkreis. Die Zahl der begangenen Straftaten im Landkreis Uelzen hat sich von 2022 auf 2023 von 5.790 um 8,26 Prozent auf 6.268 erhöht, der coronabedingte Rückgang schwächt sich also ab. Allerdings ist die polizeiliche Aufklärungsquote im Landkreis auf einen Wert von mehr als 70 Prozent gestiegen und liegt damit weit über dem Landeswert (62,5 Prozent). Oliver Suckow, Leiter des Polizeikommissariats Uelzen, bei der Vorstellung der aktuellen Kriminalstatistik: „Die Bürger können sich in unserem Landkreis sicherfühlen.“
Besonders sticht eine Zahl bei den 302 gemeldeten Haus- und Wohnungseinbrüchen hervor: 49 Prozent der Taten blieben im Versuch stecken. Laut Suckow macht sich jetzt die jahrelange Präventions- und Beratungsarbeit der Polizei bezahlt, auch Tür und Fensterhersteller hätten auf die Vorschläge der Beamten reagiert, jeder zweite Einbruch scheitert inzwischen, die Zeit der vermeintlich leichten Beute ist vorbei.
Das vergangene Jahr war für die Polizei im Landkreis Uelzen außer von Einsätzen und Ermittlungen auch deutlich geprägt von Aufklärungsarbeit: „Wir haben in Einkaufsmärken und Geschäften die Mitarbeiter beraten“, sagt Jörg Golze, stellvertretender Leiter des Kriminalen Ermittlungsdienstes, da immer wieder Ladendiebstähle begangen worden seien. In einem großem Textilgeschäft in der Uelzener Bahnhofstraße seien die Beamten mehrere Tage vor Ort gewesen – und schnappten bei einem solchen Beratungs-Einsatz gleich den Dieb, der dort immer wieder zugeschlagen hatte.
Letztlich habe sich herausgestellt, dass es sich bei den Ladendieben im Wesentlichen um Personen aus der Drogen- und Drogenentzugs-Szene gehandelt habe, die das „Leben nach Uelzen geschwemmt“ habe: „Sie sitzen jetzt in Untersuchungshaft.“ Eine andere Kategorie sind indes die Täter, die auf einer Achse von Uelzen bis nach Schleswig-Holstein bei Eigentumsdelikten ihre Spuren hinterließen: Es sind reisende „Profis“, denen man erst durch aufwendige, länderübergreifende Ermittlungsarbeit auf die Spur kommen kann.
Ebenfalls intensive Aufklärungsarbeit leistete die Polizei in Sachen Schockanruf und Enkeltrick – mit Erfolg: Die Zahlen sind rückläufig, die im Ausland verorteten Hintermänner stellen offenbar fest, dass sich immer weniger potenzielle Opfer, vor allem wegen „älter klingender“ Namen in Telefonbüchern ausfindig gemacht, durch weinerliche Geschichten von erfundenen Verkehrsunfällen einwickeln lassen.
Suckow lobt die ausgezeichnete Zusammenarbeit im Landkreis mit einem großen Netzwerk von Stadtverwaltung bis Landkreis. Eine solche Vernetzung hilft, dichter am Bedarf der Bürger sein zu können. So zeige die Polizei in Bad Bodenteich inzwischen deutlich mehr Präsenz auf den Straßen, nachdem festgestellt worden sei, dass sich in der Bevölkerung angesichts der steigenden Zahl der Geflüchteten im Camp Sorgen breit machten. Allerdings, so Suckow: „Die Statistik zeigt für Bad Bodenteich objektiv keinerlei Auffälligkeiten.“
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