Tötungsdelikt im Hundertwasserbahnhof: Verdächtiger (18) soll Fußball-Talent gewesen sein
Uelzen. Ein unauffälliger junger Mann, schlaksig, aber sportlich. Ein talentierter Fußballer, dem in der B-Jugend eines Fußballvereins in der Region Wolfsburg als aufstrebender Stürmer-Hoffnung auch schon ein Hattrick gegen eine starke Gegner-Elf gelang. Ein Heranwachsender, den die Flüchtlingswelle mutterseelenallein aus Marokko nach Europa gespült hatte – bis nach Uelzen, wo er nach Überzeugung der Polizei ein brutales Tötungsdelikt begangen haben soll: Der 18-jährige A. soll im Hundertwasserbahnhof einen Mann (55) so brutal eine Treppe hinuntergetreten haben, dass das Opfer an den Folgen des Sturzes starb (UEN berichteten).
Mit 15 soll der Beschuldigte als „unbegleiteter Flüchtling“ in Europa angekommen sein. Mehrere Stationen führten ihn schließlich in eine Unterkunft in Uelzen, wo er bis zu seiner Festnahme registriert war. Nachdem es im Fußballclub bei Wolfsburg nicht zu einer dauerhaften Verpflichtung gereicht hatte, blieb der 18-Jährige an seinem neuen Wohnort in der Hansestadt zunächst unauffällig. Bis vor einigen Wochen: „Ab Juni fiel er mehrfach durch Eigentumsdelikte und Körperverletzungen auf“, so Polizeisprecher Kai Richter. Am Samstag, 13. Juli, war der junge Mann dann tagsüber mehrfach in Uelzen aufgefallen. Er pöbelte in der Innenstadt, stahl und schlug einem 31-Jährigen am ZOB grundlos ins Gesicht. Die Polizei sah keine andere Möglichkeit, als den 18-Jährigen mit richterlicher Genehmigung vorläufig in einer Arrestzelle unterzubringen, um weiteren Straftaten vorzubeugen. Gegen 21 Uhr, mit Ladenschluss, mussten die Beamten den Heranwachsenden aber wieder auf freien Fuß setzen.
Sein Weg führte den 18-Jährigen im Verlauf des Abends zum Hundertwasserbahnhof. Sein Opfer war vermutlich rein zufällig dort: Der 55-Jährige, der mit seiner Familie in Lüneburg lebte, war auf dem Weg mit dem Zug in seine Heimatstadt. Möglicherweise schlief er während der Fahrt ein und wachte erst in Uelzen wieder auf. Während er nach der Möglichkeit zur Fahrt nach Lüneburg suchte, begegnete er offenbar dem 18-Jährigen gegen 1.30 Uhr auf der Treppe zum Gleis 301 – und wurde zufälliges Opfer einer brutalen, tödlichen Attacke.
Zur Rekonstruktion der eigentlichen Tat, bzw. möglicher Kontakte zwischen dem Täter und dem Opfer am Uelzener Bahnhof vor der Tat, bittet die Polizei Passanten bzw. Bahnreisende, die sich vom 13. auf den 14.07.24 zwischen 23:30 und 02:00 Uhr auf dem Uelzener Bahnhof aufgehalten haben, sich mit der Polizei Uelzen, Tel. 0581-930-0, in Verbindung zu setzen. Die Tat soll in dieser Woche vor Ort rekonstruiert werden.
Foto: Michalzik