Fünf Riss-Vorfälle in zehn Tagen: Wölfe sollen mehrere Weidetiere im Landkreis getötet haben
Uelzen/Landkreis. Fünf Riss-Vorfälle in zehn Tagen: Offenbar haben Wölfe wieder mehrfach Weidetiere im Landkreis getötet. Wolfsberaterin Katja Hildebrandt-Mertins bestätigt Vorfälle bei Barum, Bargfeld, Ebstorf und in Kirchweyhe, betont aber: „Es wurden jeweils DNA-Proben zur Analyse eingeschickt, ein Befund kann noch nicht abschließend festgestellt werden.“
Das Vorgehen sehe allerdings nach Wolf aus. In jedem Fall seien allerdings die Schutzzäune zu niedrig gewesen. Das bestätigt indirekt auch Günther Winkelmann von der Bürgerinitiative Weidetier-Mensch-Wolf in einem Video-Interview mit dem Uelzener Anwalt und Jäger Christian Teppe. Winkelmann thematisiert die Problematik, vor denen nunmehr betroffene Weidetierhalter stünden, deren Zäune zu niedrig gewesen seien: „Die sehen jetzt keinen Cent als Entschädigung.“ Die empfohlene Zaunhöhe liegt bei 1,20 Metern.
Teppe berichtet, dass auch seine Familie betroffen sei, seine Schwägerin habe mehrere Schafe verloren, teils mit der Flasche aufgezogen: „Allesamt mit Kehlbiss aufgefunden.“
Winkelmann spricht über Vorfälle in Bergfeld (bei Gerdau), wo ein Wolf in den vergangenen Tagen drei Heidschnucken gerissen habe. Dieser Wolf sei dann aufgezeichnet worden, als er in der Ortschaft über eine Terrasse gelaufen sei. Mehrere Anwohner hätten das Tier später mitten im Ort gesehen,
Teppe berichtet weiter von einem aktuellen Vorfall aus Kirchweyhe, in dem ein Schutzzaun gar nicht geholfen hätte - weil man ihn dort schlicht nicht installieren können: Die attackierten und getöteten Schafe hätten zwischen zwei Offenställen gestanden, der Bereich müsse auch für landwirtschaftliche Maschinen passierbar sein.
Christian Teppe betont, dass man „jetzt diese Situation habe, aber keine Abschussgenehmigung“. Für den Wolf brauche es eine Umsetzung ins Jagdrecht. Inzwischen rät Winkelmann, unbedingt ausreichend zu zäunen. Wo dies nicht möglich sei, müssten Weidetiere abends weggesperrt werden.
Screenshot (Michalzik): Der Uelzener Anwalt Christian Teppe (rechts) im Gespräch mit Günther Winkelmann von der Bürgerinitiative Weidetier-Mensch-Wolf.