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Landkreis Uelzen

Gerade eben in Uelzen: Deutsche Bahn informiert über Streckensperrung Hamburg-Hannover - ab dem 1. Mai heißt es für zehn Wochen Bus statt Schiene

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Von Michael Michalzik

Uelzen/Landkreis. Ab 1. Mai, Punkt 21 Uhr, ist erst einmal Schluss mit Schiene zwischen Hamburg und Hannover. Dann beginnt die Vollsperrung einer der wichtigsten Bahnstrecken Deutschlands - mit direkten Auswirkungen auf den Landkreis Uelzen. Zehn Wochen geht dann nichts mehr auf den Gleisen von Nord nach Süd. Bei einer Infoveranstaltung am heutigen Donnerstag informierte die Deutsche Bahn in der Uelzener Jabelmannhalle über das Mammutprojekt.

Dieter Olliges, Leiter Generalsanierung Hochleistungskorridor Hamburg-Hannover, gab Informationen zum Hintergrund der Sanierung: „Der Abnutzungsvorrat der Strecke ist erreicht, das ist nicht wegzudiskutieren. Die Pünktlichkeit ist alles andere als gut.“ Die letzten Jahrzehnte sei viel zu wenig an der extrem ausgelasteten Strecke getan worden: „Deswegen machen wir jetzt den großen Angriff.“

Unter anderem werden Arbeiten an den Bahnhöfen, den Gleisen, den Weichen, der Oberleitung sowie der Leit- und Sicherungstechnik vorgenommen. So steht auch eine Modernisierung des Bahnhofs Suderburg an.

Im Ergebnis bedeutet das ab dem 1. Mai zehn Wochen Vollsperrung der 163 Kilometer langen Strecke Hamburg-Hannover mit Schienenersatzverkehr durch Busse. Das Projekt heißt Qualitätsoffensive 2026. Auch die Uelzener Bahnunterführung an der Bahnhofstraße soll dann angegangen werden. Keine Rede war indes von der benachbarten Unterführung Sternstraße, die ja erst fertiggestellt werden soll, wenn das Konstrukt Bahnhofstraße saniert ist (UEN berichteten).

Landrat Dr. Heiko Blume während der Veranstaltung: „Unser Landkreis ist extrem stark betroffen, deswegen das große Interesse heute. Viele Menschen pendeln nach Hamburg oder Hannover.“ Der Landrat appellierte an die Bahn, wichtige Informationen zeitnah zur Verfügung zu stellen.

Für Pendler in Richtung Hamburg oder Hannover stehen zehn Wochen mit erheblich längeren Anfahrtzeiten an. Überwiegend kommen Busse zum Einsatz, ergänzt - beispielsweise ab Celle nach Hannover - durch S-Bahn. Zwischen Lüneburg und Hamburg kann weiter ein Regionalexpress eingesetzt werden, weil dort drei Gleise zur Verfügung stehen. Joachim Ebinger von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen machte allerdings deutlich, dass eine Mitnahme von Fahrrädern in den eingesetzten, magentafarbenen Bussen „sehr schwierig“ sein wird. Nicht betroffen von den Arbeiten ist die Strecke Uelzen-Gifhorn-Braunschweig - dort verkehrt wie gewohnt der RB47.

Mit dem Abschluss der Qualitätsoffensive im Juli dieses Jahres wird noch keine Ruhe einkehren: 2029 steht dann die Generalsanierung der Strecke Hamburg-Hannover an.

Grafik: Deutsche Bahn