Léonard Hyfing: „Dauerchaos bei der Schülerbeförderung im Landkreis Uelzen: Versäumnisse der Politik und verpasste Strukturreformen rächen sich“
Uelzen/Landkreis. Zu Beginn des neuen Schuljahres wiederholt sich im Landkreis Uelzen das alljährliche Bild: Ausfallende Busse, überfüllte Haltestellen und erhebliche Verspätungen prägen die Schülerbeförderung. Seit Jahren ist das Problem bekannt, doch eine tragfähige Lösung durch die Kreispolitik und Landrat Dr. Heiko Blume bleibt weiterhin aus.
Die Ursachen für das anhaltende Chaos liegen tief in den bestehenden Strukturen verankert. Bereits vor fünf Jahren gab es Bestrebungen, die Schullandschaft im Landkreis grundlegend umzugestalten und zukunftsfähig aufzustellen. Eine solche Weichenstellung hätte auch eine effizientere und vorausschauende Organisation der Schülertransporte ermöglicht. Dieser zukunftsgerichtete Ansatz wurde jedoch seinerzeit von der CDU-Kreistagsfraktion sowie dem Landrat abgelehnt. Damit wurde die Chance verspielt, die Schülerbeförderung von Grund auf neu und weitsichtig zu strukturieren.
Zusätzlich verschärft der bundesweite Fachkräftemangel bei Busfahrerinnen und Busfahrern die Situation vor Ort. Um diesem Engpass gezielt entgegenzuwirken, habe ich bereits vor zwei Jahren einen konkreten Lösungsantrag im Kreistag eingebracht: Die Entzerrung und Staffelung der Schulbeginnzeiten im Landkreis.
Durch versetzte Anfangszeiten an den Schulen könnten die vorhandenen Busse und das Fahrpersonal im Laufe des Morgens mehrfach eingesetzt werden. Dies würde die Auslastung optimieren und lange Leerzeiten des Fahrpersonals am Vormittag verhindern.
Anstatt den Vorstoß zur Staffelung der Schulbeginne aufzugreifen, wurde der Antrag von der Verwaltung auf die lange Bank geschoben. Eine inhaltliche Befassung wird bis heute verweigert und stattdessen auf den Zeitraum des Beginns, der neuen Verkehrsvertrags ab 2026 vertröstet.
„Es ist den Eltern und Schülern im Landkreis Uelzen nicht mehr vermittelbar, warum bewährte Ansätze zur Optimierung schlicht aussortiert werden. Wenn der Busführerschein Mangelware ist, müssen wir die vorhandenen Kapazitäten klüger nutzen. Die Blockadehaltung bei den Schulzeiten ist ein Symbol für das Fehlen einer weitsichtigen Verkehrspolitik.“
„Die Absage an die Strukturreform vor fünf Jahren rächt sich jetzt jeden Tag auf dem Weg zur Schule. Wer Reformen verweigert und gleichzeitig pragmatische Anträge jahrelang in den Schubladen verschwinden lässt, darf sich nicht wundern, wenn das System am Ende kollabiert.“
Die Schülerbeförderung im Landkreis Uelzen benötigt dringend ein Umdenken. Das Aussitzen von Problemen und das Warten auf zukünftige Verkehrsverträge löst die täglichen Herausforderungen der Familien vor Ort nicht.