Das war 2025: Der große Jahresrückblick - Heute: Teil 3, September bis Dezember
Uelzen/Landkreis. Unser großer Jahresrückblick endet mit den letzen vier Monaten - Schwurblerdemos und leere Kassen:
September: Bad Bodenteicher Katzenquäler sorgt bundesweit für Entsetzen
Der Erstbericht über den Vorfall stand bei den Uelzener Nachrichten und sorgte bundesweit für Entsetzen: In Bad Bodenteich soll ein erwachsener Mann neugeborene Katzen in Schraubgläser gestopft und dadurch qualvoll erstickt haben. Mehr noch: Laut Zeugen soll er die grausamen Taten quasi gewohnheitsmäßig begangen haben, wenn eine seiner weiblichen Katzen einen neuen Wurf bekam. Ebenso groß war der Aufschrei, als die zuständige Staatsanwaltschaft Lüneburg das Verfahren mit der Begründung einstellte, der Beschuldigte sei durch den Polizeieinsatz in seinem Hause ausreichend abgeschreckt worden, eine Wiederholungsgefahr bestehe nicht. Eine entsprechende Online-Petition zur Wiederaufnahme des Verfahrens wurde bis jetzt über 100.000 Mal unterschrieben - was aber am Sachstand nichts änderte.
Oktober: Bündnis „Gemeinsam für Deutschland“ zieht durch Uelzen - Rechte Schwurbler gegen Antifa
Irgendwie war es mit Ansage, dass der in den sozialen Netzwerken angekündigte Zug durch die Uelzener Innenstadt nicht die klassische Friedensdemo war, wie man sie früher einmal kannte: Das Bündnis „Gemeinsam für Deutschland“ wird vom Hamburger Verfassungsschutz beobachtet, weil bekannte Rechtsextreme mitmarschieren. Inhaltlich konnte das Grüppchen in der Hansestadt kaum punkten und forderte unter anderem sofortigen Frieden - ungeachtet des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine. Dass die Antifa die Gelegenheit nutzte und die Polizei mehrfach provozierte, sorgte indes dafür, dass Uelzen wieder einmal in den Sozialen Medien im Fokus stand. Im November wiederholte sich das Spielchen mit einem zweiten Marsch - aber diesmal mit wesentlich mehr Polizei.
November: Hin und her um die A39 - Rollt Uelzen so in Richtung Zukunft?
Es ist inzwischen fast schon ein Treppenwitz: Der Landkreis Uelzen gehört zu den wenigen in Deutschland, die keinen Autobahnanschluss haben. Die Debatte ums Für und Wider wogt seit vielen Jahren. Umfragen zufolge hält eine große Mehrheit den Lückenschluss der A39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg für unabdingbar, andere hingegen sehen das System Autobahn als überkommen und klimaschädlich an. Das ganze Jahr über hatte es ein ziemliches Gezerre um das 107 Kilometer lange A39-Teilstück gegeben, das zu großen Teilen durch den Landkreis Uelzen verlaufen würde: Die Autobahn GmbH hatte der neuen Bundesregierung im Frühjahr ziemlich schonungslos offengelegt, dass es absolut kein Geld mehr für Neubau-Projekte gebe. Das Bundesverkehrsministerium hatte sich daraufhin beeilt, eine ganze Reihe von vorgesehenen Autobahnen für einen sofortigen Baubeginn aufzulisten - nur die A39 war nicht dabei. Und ist es bis jetzt nicht, trotz vielfacher Forderungen von Stadt und Landkreis Uelzen, der IHK und der Politik. Aktueller Stand: Aufgrund von Umweltschutz-Klagen ist von Spatenstich auf absehbare Zeit keine Rede.
Dezember: Besinnliche Töne zur Weihnacht - trotz leerer Kassen
Dass der Landesvater am Tag vor Heiligabend zu Besuch in Uelzen ist, hat Tradition. Auch Ministerpräsident Olaf Lies übernahm den guten Brauch und war am 23. Dezember der Ehrengast zum Finale des Uelzener Weihnachtszaubers. Vorab gab es einen Empfang im Rathaus der Hansestadt. Anders als im Vorjahr, als die Verwaltungsspitzen aus Stadt und Landkreis mit dem damaligen Amtsinhaber Stephan Weil angesichts der Finanzlage noch relativ deutlich aneinandergeraten waren, blieb es diesmal schiedlich friedlich. Was nichts an der Tatsache ändert, dass die Hansestadt Uelzen im kommenden Jahr 23 Millionen Euro Miese macht, der Landkreis gar 25 Millionen - weil Bund und Land immer mehr Aufgaben nach unten abgeben, aber nicht auskömmlich finanzieren.