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Landkreis Uelzen

Heute im Ausschuss: Landkreis berichtet über aktuellen Stand der Verwaltungs-Digitalisierung

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Uelzen/Landkreis. Der Landkreis hat heute gemeinsam mit dem IT-Verbund Uelzen in öffentlicher Sitzung des Ausschusses für Haushalt, Finanzen und Personal über den Stand des Digitalisierungsprozesses in der Uelzener Kreisverwaltung berichtet. Die Ausschussmitglieder erhielten einen detaillierten Überblick über Online-Dienste, über Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz sowie über Automatisierungsprozesse beim Landkreis Uelzen.

Das Onlinezugangsgesetz verpflichtet Kommunen, Verwaltungsleistungen digital anzubieten. Vor diesem Hintergrund hat der Landkreis zusammen mit weiteren Trägern des IT-Verbundes einen Portalverbund gegründet und Dienstleistungen über das Portal „OpenKreishaus“ zur Verfügung gestellt (https://openkreishaus.landkreis-uelzen.de). Die Anzahl der dort hinterlegten Leistungen wird sukzessive weiter ausgebaut. Zur besseren Nutzbarkeit des Onlinedienstes setzt der IT- Verbund auf die EUDI-Wallet – eine geplante sichere Smartphone-App, die als digitale Brieftasche für amtliche Dokumente (zum Beispiel Personalausweis und Führerschein) dient. Deren erste Stufe soll ab Anfang 2027 in Deutschland verfügbar sein.

Hinsichtlich des Themas „Künstliche Intelligenz“ (KI) arbeitet der Landkreis aktuell zusammen mit dem IT-Verbund an einer Blaupause für den Einsatz von KI-Anwendungen. Der Einsatz ist in der Praxis nicht nur wegen des Datenschutzes, sondern insbesondere wegen des AI-Acts deutlich komplizierter als im privaten Sektor. Viele KI-Anwendungen, die im Verwaltungskontext sinnvoll wären wie zum Beispiel die automatisierte Bewertung von Anträgen oder Entscheidungssysteme zu Sozialleitungen werden im AI-Act als hochriskant klassifiziert. Diesbezüglich müssen strenge Anforderungen erfüllt werden. Hier zählen Konformitätsbewertungen, Risikomanagement und Dokumentation, Sicherstellung der Datenqualität sowie Transparenz und menschliche Aufsicht.

Erforderlich sind unter anderem interne Kontrollmechanismen, Schulungen und gegebenenfalls die Zertifizierung von Systemen – technisch komplexe und organisatorisch sehr aufwendige Vorarbeiten. Ist die Blaupause erarbeitet, kann diese mit deutlich weniger Aufwand für weitere KI-Anwendungen adaptiert werden. Aktuell ist jedoch nicht absehbar, wann mit der Fertigstellung dieser Blaupause zu rechnen ist.

Für KI-Anwendungen mit begrenztem Risiko sind die Vorgaben aus dem AI-Act dagegen nicht so streng. Für deren Einsatz ist weniger Aufwand erforderlich. Aktuell wird durch den IT-Verbund der Einsatz einer KI-Schrifterkennung für die automatische Übernahme handschriftlicher Antragsdaten in Fachanwendungen und eine Übersetzung KI (DeepL) vorbereitet.

Da nicht jede Aufgabe komplexe KI-Anwendungen erfordert, arbeitet der IT-Verbund auch daran, für wiederkehrende, regelbasierte Tätigkeiten sogenannte „Robotic Process Automation“ (RPA) einzusetzen. Diese „Software-Roboter“ führen die Tätigkeiten automatisch aus. Mit der Software Emma zum Beispiel sollen im Gesundheitsamt des Landkreises bestimmte Vorarbeiten für die Schuleingangsuntersuchungen erledigt werden. 

Daneben wurden bereits Datenbestände aus einer abzulösenden Fachanwendung ins Dokumentenmanagementsystem übertragen. Um komplexere Prozesse umzusetzen, arbeitet sich der IT-Verbund zurzeit in die RPA-Anwendung UiPath ein. Damit sollen zum Beispiel automatisiert Dateneingaben aus Onlineanträgen in Fachverfahren vorgenommen werden, für die es keine Schnittstellen gibt. Darüber hinaus steht beim Landkreis, beziehungsweise beim IT-Verbund, aktuell ein weiteres Digitalisierungsprojekt auf der To-Do-Liste – die Vorbereitung zur Einführung von M365. 

Damit sollen zum Beispiel Suchzeiten durch zentrale, rollenbasierte Ablagen mit nahtlosem Anschluss an das vorhandene E-AktenSystem minimiert und geräteübergreifendes Arbeiten ermöglicht werden. „Die Kreisverwaltung zeigt einen klaren Willen zur Digitalisierung. Mit einer konsequenten technischen Vorbereitung, weiteren Pilotprojekten zur Prozessautomatisierung und begleitenden Beratungs- und Schulungsangeboten wird die digitale Transformation in der Uelzener Kreisverwaltung vorangetrieben. Das schafft Effizienz und hilft Wirtschaft sowie den Kundinnen und Kunden. Zudem steigert dies auch die Arbeitgeberattraktivität, weil eine moderne und zeitgemäße Arbeitsumgebung geboten wird“, so Landrat Dr. Heiko Blume abschließend.

Symbolfoto: Adobe Stock