Zum Hauptinhalt springen

Landkreis Uelzen

Landkreis bittet um Mithilfe: Seltene Wiesenweihen benötigen Schutz

 |  Landkreis

Uelzen/Landkreis. Getreideäcker im Landkreis Uelzen zählen in Niedersachsen und bundesweit zu den wenigen Flächen, auf denen sich die seltene Wiesenweihe ansiedelt. In ganz Niedersachsen leben nur noch etwa 100 Brutpaare.

Zum Schutz des Greifvogels bittet der Landkreis deshalb jetzt um Mithilfe der Bevölkerung. Da feuchte Heiden und Niedermoore kaum noch vorhanden sind, weichen Wiesenweihen auf landwirtschaftliche Kulturen aus. Die Wiesenweihen brüten am Boden und verstecken ihre Nester überwiegend in Getreidefeldern, bevorzugt in Wintergerste oder Winterweizen. „Und da liegt auch das Hauptproblem“, so Lars Wellmann, ehrenamtlicher Wiesenweihen-Betreuer der Staatlichen Vogelschutzwarte für den Landkreis Uelzen. „Ausgerechnet die Wintergerste wird als erstes gemäht. Meistens zu einem Zeitpunkt zu dem die Jungen noch nicht flügge sind.“

Aus diesem Grund sei es erforderlich, die Brutplätze der Bodenbrüter rechtzeitig zu finden, den Bewirtschafter zu unterrichten und einen Bereich abzugrenzen, der von der Mahd ausgespart wird. Landwirte, die diese Schutzmaßnahme umsetzen, betroffene Teilflächen vorerst nicht abmähen und damit Ertragseinbußen hinnehmen, können vom Land eine Entschädigung erhalten. Derzeit ist ein kleines Team im Landkreis unterwegs, um mögliche Brutstandorte ausfindig zu machen. Unterstützt wird es dabei durch das Umweltamt des Landkreises, das die Eigentümer kontaktiert und Bewirtschaftern bei der Abwicklung der Entschädigungszahlungen behilflich ist.

Da das Ausfindigmachen der Brutstandorte sehr zeitintensiv ist, bittet der Landkreis, aktuelle Beobachtungen von Wiesenweihen zu melden. In der Zeit zwischen Mitte und Ende Mai sind die Tiere besonders gut zu beobachten, da in dieser Zeit die Balz stattfindet. Seite 2 von 2 Der Landkreis bittet darum, bei entsprechenden Beobachtungen nicht selbstständig Gelege im Feld aufzusuchen. Dadurch wird vermieden, dass die Wiesenweihen gestört oder Fressfeinde zum Nest gelockt werden. Die Männchen sind erkennbar an der grauen Färbung mit schwarzen Flügelspitzen und einem schwarzen Strich auf der Flügeloberseite, die Weibchen sind braun gefärbt und weisen einen markanten weißen Fleck oberhalb des Schwanzes auf.

Während die Weibchen brüten und die Jungen hudern und bewachen, versorgt das Männchen die Brut mit Nahrung. Auffällig ist die Futterübergabe in Nestnähe, bei der das Männchen die Beute fallen lässt, die das Weibchen in der Luft auffängt. Auffällige Beobachtungen der Wiesenweihe, insbesondere auffliegende Weibchen aus einem Getreideschlag, Paare oder Futter tragende Vögel können gemeldet werden an Lars Wellmann unter der Rufnummer 0171-5630434 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder an das Umweltamt des Landkreises an Lena Jaerneke unter der Rufnummer 0581 82-3042 (E- Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) oder Lena Lambers unter der Rufnummer 0581 82-3029 (E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.).

Weitere Informationen bietet die Staatliche Vogelschutzwarte unter https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/naturschutz-im-nlwkn-42197.html

Foto: Mathias Schneider, Lüneburg (oh)