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Kultur

Was macht eine Bibliothekarin in ihrer Freizeit? Natürlich Weimar besuchen

 |  Kunst & Kultur

Was macht eine Bibliothekarin in ihrer Freizeit? Richtig, sie unternimmt einen Wochenendausflug nach Weimar in Thüringen. Vor kurzem hatte ich nämlich die Gelegenheit, diesen Ort zu besichtigen. Auf den Spuren Goethes und Schillers lässt sich in dieser bezaubernden Stadt einiges entdecken. Als buchaffiner Mensch in Weimar komme ich natürlich nicht um eine Besichtigung des berühmten Rokokosaales der Herzogin Anna Amalia Bibliothek herum, in der Goethe 35 Jahre lang als Bibliothekar gewirkt hatte.

Und weil für meine Begleitung und mich eine Bibliothek für ein Wochenende niemals genug ist, folgte zudem der Besuch der Stadtbücherei Weimar, der Bibliothek der Bauhaus Universität und des Studienzentrums der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Beim Spazieren durch die Gassen und idyllischen Parks fühlt man sich zuweilen in die Zeit der Weimarer Klassik zurückversetzt und rechnet fast schon damit, dass Goethe einem aus seinem Gartenhaus im Park an der Ilm zuwinkt. Was ich gar nicht schlecht fände. Etwas Fachsimpelei unter Kollegen wäre mit Sicherheit ein interessantes Unterfangen. Leider bleibt es während meines Besuches bei einer einseitigen Beziehung.

Der Rundgang im Goethehaus am Frauenplan erlaubt mir aber wenigstens doch noch ein Eintauchen in sein Privatleben sowie sein künstlerisches Schaffen. Empfehlenswert ist es außerdem, bei gutem Wetter eine Landpartie durch die Rapsfelder ins Weimarer Umland zu unternehmen. Und man kann sich sicher sein, egal, welches Schloss und welchen Park man besichtigt, Goethe war schon vor einem da. Jetzt bin ich wieder zuhause und lese „Lotte in Weimar“ von Thomas Mann. So lässt sich vielleicht ein kultureller Hauch aus Weimar in den Alltag herüberretten. 

Linda Schützhold

Leiterin der Bücherei Hansestadt Uelzen