Damit Mensch und Tier zusammenbleiben können: Die Uelzener Tiertafel hilft in der Not
Von unserer Redaktion
Uelzen. Mitten im Raum steht Mila - mit wachem Blick begrüßt sie Fremde mit einem tiefen „Wuff“. „Sie tut nichts“, erklärt Wolfgang Roboom, Vorsitzender der Uelzener Tiertafel, lächelnd: Seine riesige dänische Dogge ist immer dabei, wenn die Ausgabestelle in der Allee 1 geöffnet hat. Jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr kommen Menschen aus dem ganzen Landkreis, die dankbar die Unterstützung des Vereins annehmen: Ein riesiges Sortiment an Tierbedarf ist sorgfältig in die Regale des einstigen Ladengeschäfts einsortiert - Futter, Leinen, Halsbänder, Transportkörbe und vieles mehr haben Tierfreunde dem Verein zur Weitergabe gespendet.
Menschen, die sich aus einer Notlage heraus sonst von ihrem geliebten Haustier trennen müssten, bekommen dort wichtige materielle Unterstützung: „Wir haben eigentlich alles hier“, erklärt Roboom. Auch Futter für Hühner oder Meerschweinchen hat der Vorsitzende bereits besorgt, der viel im Auto unterwegs ist: „Wenn die Leute nicht mobil sind, bringe ich das Futter eben hin.“
Für Mila ist das nicht mehr sonderlich spannend. Sie macht es sich auf dem Sofa gemütlich, das bei ihrer Größe als Körbchen dient, während Herrchen Roboom berichtet: Viele Jahre war der frühere Bauingenieur im Tierschutz aktiv, als die Wege sich 2010 trennten. Gemeinsam mit seiner vor fünf Jahren verstorbenen Frau wollte Roboom damals aber auf jeden Fall ein Projekt starten, das Tieren dient. Die Idee für eine Tiertafel war rasch geboren. Der einstige Bedienstete der Hansestadt Uelzen bereitete alles akribisch vor - Satzung. Vereinsgründung. Und auch ein Standort war rasch gefunden: Das frühere Häuschen des Marktmeisters am heutigen Marktcenter diente zunächst als Ausgabestelle und Lager. Nach mehreren Umzügen konnte der 70 Mitglieder große Verein eine endgültige Bleibe in der Allee 1 finden.
Dort kommt seitdem ein kontinuierlicher Strom an Sachspenden an. Die Tiertafel ist froh, dass Unternehmen wie Zoo & Co. Wendlandt regelmäßig Futter spenden. Privatleute bringen Artikel rund um Hund und Katze und andere Haustiere: „Das läuft toll“, freut sich der Vorsitzende. Anders sieht es dagegen bei der Finanzdecke aus, die für die Uelzener Tiertafel e.V. dicker sein dürfte: Allein die Miete beläuft sich auf 5.000 Euro im Jahr. Für Geldspenden wäre der gemeinnützige Verein, der auch Spendenbescheinigungen ausstellen kann, sehr dankbar.
Roboom ist 81 Jahre alt - aber ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Mit seinem Team sichtet er die eingegangenen Sachspenden. Dann wird sortiert und sorgfältig in die Regale eingeräumt, damit für die Ausgabe Mitte der Woche alles in bester Ordnung ist.
Und dann wäre da noch der vereinseigene Freilaufplatz für Hunde in Holdenstedt: Seit 2015 gibt es das 6.000 Quadratmeter große, umzäunte Areal an der Celler Straße. Es steht jedermann zur Nutzung zur Verfügung, um Spenden wird gebeten. Die sorgfältig gepflegte Anlage bietet Vierbeinern vor allem dann sicheren Auslauf, wenn in der Natur Leinenzwang herrscht: „Unser Hundefreilauf wird auch sonst das ganze Jahr über genutzt - zu jeder Tageszeit“, freut sich Roboom. Die Anlage erfüllt aber noch einen anderen Zweck: Sie ist ein beliebter Treff für Hundehalter, die dort ins Gespräch kommen und sich austauschen. Und Mila vertritt sich dort ebenfalls gern die langen Doggenbeine.
Die Ausgabestelle der Uelzener Tiertafel hat jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr geöffnet
Kontakt: 1. Vorsitzender Wolfgang Roboom, 0176 20323077
Wer mit einer Geldspende unterstützen möchte, hat hier die Möglichkeit:
Volksbank Uelzen-Salzwedel eG
IBAN: DE05 2586 2292 0703 1432 00
Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg
IBAN: DE68 2585 0110 0230 0532 58
Foto: Michalzik