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Kultur

Büchereien - alles andere als antiquiert

 |  Kunst & Kultur

Vor kurzem stellte ich mich wie üblich vor Beginn einer Lesung dem Publikum vor. Am darauffolgenden Tag sprach einer der Teilnehmer meine Kollegin in der Bücherei darauf an, dass er überrascht gewesen sei, wie jung ich als Büchereileiterin bin. Ob diese Position nicht normalerweise Personen im höheren Alter bekleiden würden?

Einerseits war ich geschmeichelt – als mir die Begebenheit zugetragen wurde -, dass ich noch der Kategorie „jung“ zugeordnet werde. Andererseits ließ mich die Aussage schmunzeln und über Stereotype nachdenken, die besonders zum Thema Bibliotheken weit verbreitet sind. Ich könnte da einige nennen, die mir des Öfteren begegnet sind.

Das Bild der grauhaarigen, streng guckenden Bibliothekarin mit Dutt auf dem Kopf, in dem bestenfalls noch ein Bleistift steckt, ist besonders hartnäckig verbreitet. Auf mich, die die Bibliotheksbubble von innen kennt, wirkt dieses Bild besonders grotesk. Weiß ich doch durch Konferenz- und Tagungsbesuche, durch Fortbildungen und Fachbuchlektüre wie modern, jung und breit aufgestellt heutige Büchereiarbeit vonstattengeht.

Eine der großen heutigen Herausforderungen meiner Branche ist auf jeden Fall, diese zukunftsorientierte und zeitgemäße Arbeit der Bibliothekarinnen und Bibliothekare (sowie der verwandten Berufe) sichtbar werden zu lassen und sie das Image durchbrechen zu lassen, das Büchereien und Bibliotheken in der breiten Öffentlichkeit noch besitzen. 

Öffentliche Büchereien sind mit ihrer Finanzierung hauptsächlich auf die Bereitstellung öffentlicher Gelder angewiesen. Es ist von existenzieller Wichtigkeit für diese Einrichtungen, bei Entscheidungsträgern nicht als verstaubt, antiquiert und gestrig wahrgenommen zu werden.