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Meine Meinung

Messerhorror

 |  Landkreis

Liebe Leser,

wieder eine schreckliche Nachricht, wieder stammt sie aus Uelzen: Sonntagabend, am Herzogenplatz. Dort, wo nur zwei Tage zuvor begeisterte Familien fröhlich an der Schneemann-Challenge teilnahmen, geraten jetzt zwei junge Männer aneinander, rangeln im Schnee. Plötzlich zieht einer ein Messer und sticht zu, sein Gegner geht zu Boden - mit einer Stichverletzung, die so schwer ist, dass sie trotz Erstversorgung zu seinem Tod führt. Ein junges Leben ist ausgelöscht, ein anderes, noch jüngeres Leben, vermutlich für immer zerstört. Messerattacken überziehen Deutschland seit Jahren. Nur ein kleiner Teil von ihnen ist politisch motiviert. Überwiegend werden Messerklingen bei ordinären Gewalttaten gezogen. 29.000 Messerangriffe wurden 2024 bundesweit registriert, 80 Stück am Tag. Die Auswertung für 2025 haben wir im Frühling dieses Jahres zu erwarten. Ein Rückgang scheint nicht zu erwarten. Der Landkreis Uelzen ist ganz sicher kein sozialer Brennpunkt. Aber die Attacke auf einen Mann in Ebstorf in der vorigen Woche und der aktuelle, tödlich verlaufene Streit in Uelzen werfen Fragen auf: Wie werden wir diesen Horror wieder los? Verbotszonen allein werden das Problem nicht lösen.

Ihr

Michael Michalzik